Wege aus der Abo-Falle

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Von der Abo-Falle ist man im Internet mitunter nur einen Klick entfernt Foto: aboalarm

Verbraucherportal und Verbraucherzentrale Hamburg warnen vor Kleingedrucktem

Hamburg Kennen Sie das auch: Da wird einem das Blaue vom Himmel herunter versprochen – alles kostenlos oder günstig und nur heute: Und dann landet man doch in der Falle und hat einem langjährigen und teurem Abonnement zugestimmt. Da hilft nur der Gang zum Anwalt – oder man wendet sich an das Verbraucherportal aboalarm. Jahrelang hätten Freemail-Anbieter wie web.de und gmx.net Verbraucher hinters Licht geführt – sagt zumindest aboalarm: „Als Geburtstagsgeschenk verpackte Angebote entpuppten sich als zahlungspflichtige Premiummitgliedschaften. Denn wer beim virtuellen ,Auspacken‘ nicht genau hinsah, bemerkte nicht, dass die Geburtstagsüberraschung nur Mittel zum Zweck war, um dem Nutzer das Geld aus der Tasche zu ziehen.“

Jamba Sparabo

Nervig und teuer – das war das Jamba Sparabo in den 2000er Jahren und ist es für einige Verbraucher noch heute: „Jamba hat den aufkommenden Hype um das Handy und die Personalisierung in Form von Klingeltönen genutzt, um vor allem junge Nutzer an ein kostspieliges Abo zu binden. Noch immer zahlen Verbraucher wöchentlich bis zu fünf Euro. Vor allem in den 2000er-Jahren zog der Anbieter mit ,Crazy Frog‘, ,Partybiene‘ und Co. ahnungslosen Jugendlichen das Geld aus der Tasche“, so Bernd Storm van’s Gravesande, Geschäftsführer und Mitgründer von aboalarm.

Internet statt Drückerkolonne

Sogenannte „Drückerkolonnen“ standen vor einigen Jahren noch gerne vor der Haustür, um Zeitschriften und Zeitungen „an den Mann“ zu bringen. Die Masche läuft nicht mehr so gut. Dafür hat man das Internet entdeckt: Denn wer eine nützliche App werbefrei nutzen oder Werbeeinblendungen auf dem Smartphone schließen will, braucht nur ein oder zwei Klicks, um lästige Werbebanner verschwinden zu lassen. Glaubt man zunächst. Die Überraschung folgt dann mit der monatlichen Handyrechnung, auf der plötzlich zusätzliche Kostenpunkte von sogenannten Drittanbietern aufgeführt sind. „Ähnlich wie früher web.de & Co. zocken Drittanbieter heute Smartphone Nutzer ab – ein falscher Klick auf einen aufpoppenden Werbebanner kann schon genügen“, warnt Storm van’s Gravesande.

Stolperfalle Kleingedrucktes

Abo-Anbieter nutzten die Vergesslichkeit von Verbrauchern aus: Zunächst klingt es attraktiv, einen Service einige Wochen lang gratis zu testen oder eine Prämie geschenkt zu bekommen. Nur wer das Kleingedruckte liest, stellt fest, dass nach dem Ende der Gratisphase automatisch ein kostenpflichtiges und oft langes Abo droht. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg kann dem nur zustimmen: „Gerade im Kleingedruckten liegen oft die Stolperfallen“, sagt die Rechtsexpertin Julia Rehberg. Den kostenlosen Bereich des Anbieters „aboalarm.de“ könne man ruhig nutzen. „In jedem Fall sollte man sich allein darauf aber nicht verlassen, sondern unbedingt eine eigene Kündigung per Einschreiben mit Rückschein absenden“, rät Rehberg. (to)

Weitere Infos: Verbraucherportal aboalarm Verbraucherzentrale Hamburg
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