Wenn in Groß Borstel die Milchsterne blühen

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Milchstern-Blütenpracht an der Köppenstraße: ein Relikt aus früherem Ackerland Foto: Haas

Bezirksamt lässt wegen Wildwuchs später mähen

Groß Borstel Unter einem Baum sind sie jetzt wieder aufgeblüht. Malerisch erstrahlen ihre weißen Blüten inmitten der Wiese an der Köppenstraße. Dr. Hans-Helmut Poppendieck hatte sie schon vor Jahren entdeckt. „Es ist ein schöner Bestand des Dolden-Milchsterns“, stellte der Botanik-Experte fest. Vor zwei Jahren wandte sich der Vorsitzende des Botanischen Vereins zu Hamburg an das Bezirksamt mit der Bitte, das Mähen dieser Wiese wenigstens bis nach der Blüte der Milchsterne aufzuschieben. Egbert Willing vom zuständigen Fachamt Management des öffentlichen Raumes entsprach der Bitte. „Seitdem gibt es jährlich eine sehr schöne Milchstern-Blüte“, freut sich Poppendieck und mit ihm Spaziergänger auf dem Weg ins Moor. „Früher war diese Form auf den sandigen Äckern im Norden Hamburgs als Ackerbegleitpflanze sehr häufig. Ihre Zwiebeln vermehrten sich vor allem durch das Pflügen und Eggen“, weiß Poppendieck. „Nach Aufgabe der Ackernutzung konnte sich die Zwiebelpflanze in Rasenflächen hinüberretten – als Relikte aus der früheren Agrarlandschaft.“ Die Besonderheit von Ornithogalum umbellatum, so der wissenschaftliche Name: Sie sei steril, setze keine Samen an und vermehre sich nur durch unterirdische Brutzwiebeln. Milchsterne als heimische Wildpflanzen seien ein schönes Beispiel dafür, dass man im öffentlichen Grün ohne großen Aufwand an geeigneten Stellen naturnahe Bestände schaffen könne, so der Botaniker, der sich für Hamburgs Wildwuchs besonders einsetzt. Seine Empfehlung: Wer mit dem Mähen von Rasenflächen abwartet, kann viel entdecken: so etwa die Blüten von Wiesenschaumkraut, Fadenehrenpreis, Gänseblümchen oder Löwenzahn. „Solche Blumenrasen sind einfach zu managen. Zudem ernähren sie Bienen und Hummeln.“ (wh)
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