Wer braucht diese Bügel?

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Finanziert werden die Fahrradstellplätze durch das „1000-Bügel-Programm“ des Hamburger Senats Foto: Flüß

Bürgerinitiative: „Unsinnige Maßnahme“ im Hofweg

Von Miriam Flüß
Winterhude/Uhlenhorst
„Im Hofweg vor der Commerzbank wurden Fahrradbügel aufgestellt, die praktisch keiner nutzt. Ein wenig Kommunikation mit den Anwohnern würde vermutlich helfen, teure und unsinnige Maßnahmen zu verhindern“, ärgert sich Christoph Berndt von der Bürgerinitiative „Unsere Uhlenhorst“. „Hier fallen Parkplätze durch unsinnige Maßnahmen weg!“ Dies beträfe auch die neu aufgestellten Bügel am Hofweg vor und hinter der Einmündung in die Fährhausstraße und am Übergang zum Mühlendamm. Finanziert werden die Fahrradstellplätze durch das „1000-Bügel-Programm“ des Hamburger Senats, das dazu beitragen soll, Hamburg zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu machen. Die Initiative erhebt außerdem den Vorwurf, dass die Bügel von minderer Qualität und leicht zu durchschneiden seien. Fahrraddiebe hätten leichtes Spiel, mindestens zwei Diebstähle seien schon passiert. Vermehrte Anzeigen von Fahrraddiebstählen im Bereich Uhlenhorst kann das Polizeikommissariat jedoch nicht bestätigen. „Der Aufwand  diese Bügel aufzuschneiden ist in der Regel höher, als ein einfaches Fahrradschloss zu überwinden. Dazu verwenden Diebe dann auch qualitativ besseres Werkzeug als einen einfachen Seitenschneider“, so Polizeisprecher Holger Vehren.
Auch die neuen Altpapiercontainer am Hofweg würden laut Christoph Berndt Parkraum vernichten. „Für die Altpapiercontainer am Hofweg sind zwei potenzielle Parkplätze weggefallen. Der Containerstandort wurde in Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde und der Stadtreinigung gewählt aufgrund von Beschwerden über herumfliegendes Altpapier“, heißt es dazu aus dem Bezirks-
amt Hamburg Nord. Ein einzelnes Fahrrad ist an die neuen Bügel am Hofweg Ecke Winterhuder Weg gekettet, die Bügel an der Fährhausstraße sind ganz fahrrad-los. Christoph Reiffert, Bezirksabgeordneter der Grünen Hamburg Nord, widerspricht dem Vorwurf der Parkraum-Vernichtung: „Kein legaler Parkplatz ist betroffen“, so Reiffert. An der Fährhausstraße sei auch zuvor kein legaler Parkplatz vorhanden gewesen: „Laut Straßenverkehrsordnung muss beim Parken vor jeder Einmündung ein Abstand von mindestens fünf Metern eingehalten werden. Auch am Hofweg nahe der Einmündung Winterhuder Weg dürfte kein Fahrzeug legal stehen.“ Der Gehweg sei mit 40 mal 40 Zentimeter zu schmal, lediglich das Halten sowie Be- und Entladen sei dort erlaubt. Die Bürgerinitiative „Unsere Uhlenhorst“ jedoch kämpft um jeden Parkplatz, denn „im Hofweg würden nach Umsetzung des Busbeschleunigungsprogramms noch weitere zehn bis 15 Parkmöglichkeiten wegfallen, teilweise direkt vor Läden. Das ist schlecht für die Anwohner und schlecht fürs Gewerbe“.
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