Wer nicht räumt, muss zahlen

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Heino Fölser ist im Bezirksamt Hamburg-Nord für den Einsatz von Schnee- und Eisräumung zuständig. Foto: Hanke

Schnee schippen übernimmt nicht nur die Stadtreinigung / Anlieger sind gefordert

Hamburg-Nord. Der Winter ist wieder da mit frostigen Temperaturen und Schneefall. Wer räumt Schnee, Eis und Matsch beiseite? Muss wieder mit vereisten Wohnstraßen, Glätte auf den Gehwegen und Schneebergen gerechnet werden, wie teilweise in den vergangenen, ziemlich kalten Wintern? Das Bezirksamt Hamburg-Nord und vor allem die Stadtreinigung stehen bereit, um die Gefahren des Winters rechtzeitig zu beseitigen. Zumindest auf „anliegerfreien Flächen“, denn nur dort sind sie zuständig. Die Hauptlast der Gehweg-Räumung liegt bei den privaten Anliegern. Bis 8.30 Uhr (sonntags bis 9.30 Uhr) müssen Hauseigentümer die zu ihrem Grundstück gehörenden Gehwege in einer Breite von mindestens einem Meter von Schnee und Eis befreit haben. Dabei darf nur Sand und Split, auf keinen Fall aber Salz verwendet werden. Wer seiner Räumpflicht nicht nachkommt, muss mit Bußgeldern von teilweise beachtlicher Höhe rechnen. „Die Anrainer, die Schnee und Eis nicht beseitigen, müssen außerdem die Räumung durch unsere Mitarbeiter zahlen“, erzählt Heino Fölster, der Leiter der Verwaltung im Fachamt Management des öffentlichen Raumes im Bezirksamt Hamburg-Nord. Fölser ist der Chef der zwölf Wegewarte und der zehn Mitarbeiter des Bezirklichen Ordnungsdienstes, die im Bezirk Hamburg-Nord in Sachen Schnee- und Eisräumung aktiv werden können. Seit einem Jahr liegt die Hauptlast der Beseitigung von Wintergefahren aber nicht mehr bei ihnen, sondern bei der Stadtreinigung. „Die Stadtreinigung kann die Räumung von Eis und Schnee viel besser überwachen und koordinieren als jedes einzelne Bezirksamt. Außerdem verfügt die Stadtreinigung über mehr Personal und das bessere Material für diese Aufgabe. Ich habe nur einen Mitarbeiter für die Überwachung der Räumung von Schnee und Eis durch die Anlieger“, erläutert
Heino Fölser.
Die Stadtreinigung räumt die „anliegerfreien Flächen“. Das sind Gehwege, für die kein Hauseigentümer zuständig ist, zum Beispiel Fußwege vor Grünflächen. Zuerst geräumt werden dabei so genannte „hochfrequentierte Strecken“, zum Beispiel Gehwege, die zu Bahnhöfen führen oder Ampelübergänge. Die Straßen werden nach einer Prioritätenliste abgearbeitet. Die Stadtreinigung unterscheidet vier Kategorien. Als erste werden Hauptverkehrsstraßen mit Busverkehr geräumt. Kategorie vier, die Masse der Wohnstraßen, bleibt dabei in der Regel auf der Strecke. Es sind einfach zu viele. Nur wenn Polizei oder Feuerwehr Gefahren im Verzug ausgemacht haben, rücken die Mitarbeiter der Stadtreinigung oder von einer von der Stadteinigung beauftragten Firma auch hier an.
Das Streumaterial holen sich die Schnee- und Eisräumer aus rund 50 über die Stadt verteilte Streusilos. Am Südring gegenüber vom Stadtpark steht zum Beispiel einer. Zwei Parkplätze wurden dafür geopfert.
Auch wenn Anlieger die Hauptlast der Schnee- und Eisräumung tragen, bleibt für die im Auftrag der Stadt tätigen Kräfte noch viel zu tun. Im Bezirk Hamburg-Nord müssen sich die städtischen Schnee- und Eisräumer immerhin um 1230 Objekte mit Größen von 5 bis 770 Quadratmetern, insgesamt um 15 Hektar Fläche kümmern. „Diese Flächen werden über Jahre ausgekundschaftet“, berichtet Peter Hansen, der Sprecher des Bezirksamtes Hamburg-Nord. Sie werden der Stadtreinigung von den Bezirksämtern gemeldet. Bezirksämter und Stadtreinigung arbeiten ohnehin eng zusammen. Während des Winterhalbjahres trifft man sich aller vier Wochen zum Gedankenaustausch. (ch)
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