Wie Parteien zur Inklusion stehen

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Stellten sich Fragen zur Zukunft von Behinderten (v.l.): Michael Kruse (FDP), Katharina Fegebank (Grüne), Detlef Scheele (Sozialsenator, SPD), Richard Seelmaecker (CDU) und Zakin Nastic (Die Linke) Foto: Evangel. Stiftung Alsterdorf

Mitglieder der Evangelischen Stiftung Alsterdorf befragten Politiker der fünf Rathausparteien

Alsterdorf In dreieinhalb Wochen wird die Hamburgische Bürgerschaft neu gewählt. Was wollen die fünf stärksten Fraktionen für Menschen mit Behinderung verbessern?
Das wollten Wohnbeiräte, Werkstatträte und Mitarbeiter der Evangelischen Stiftung Alsterdorf sowie interessierte Gäste auf einer inklusiven Informationsveranstaltung wissen, die in der Aula der Bugenhagenschule stattfand. Sozialsenator Detlef Scheele, die Spitzenkandidatin der Grünen, Katharina Fegebank, die Kandidaten der CDU Richard Seelmaecker (Wahlkreis Langenhorn/Fuhlsbüttel/Alsterdorf/Groß Borstel) und der FDP (Landesliste Nr. 3) Michael Kruse sowie Zaklin Nastic, Fachfrau der Linken für Sozialpolitik, Migration und Inklusion standen den Gästen Rede und Antwort. Sie alle wollen vieles besser machen. Alle fünf wollen sich zum Beispiel dafür stark machen, dass Behinderte auch in so genannten besseren Wohnvierteln wohnen können.

Wir wollen Behinderten Mut machen auf den ersten Arbeitsmarkt und Firmen darin bestärken, sie aufzunehmen“ Katharina Fegebank (Grüne)

Detlef Scheele sieht diese Forderung der Wohnbeiräte durch das SPD-Wohnungsprogramm bereits verwirklicht, das bei allen Neubauvorhaben, „auch in der HafenCity“, einen Anteil von 30 Prozent geförderter Wohnungen und Zuschüsse, „auch für Hartz-IV-Empfänger“, vorsieht, um in diese Wohnungen einziehen zu können. Die Linke, so Zakin Nastic, fordert bei Neubauten ein Drittel barrierefreier Wohnungen und einen barrierefreien Ausbau aller kommunikativen Einrichtungen wie Spielplätze, Begegnungsstätten oder Kinos. Am wichtigsten
aber sei es, so Nakic, die „Barrieren im Kopf“ abzubauen. Die Grünen, so Katharina Fegebank, wollen sich für eine „gute Mischung“ aller Menschen in den Stadtteilen, gemeinsames Planen von Wohnungen und Leben in den Quartieren sowie noch mehr günstigen Wohnraum einsetzen.

Höhere Abgabe


Das Planen und Entscheiden vor Ort in den Stadtteilen oder im Bezirk liegt auch Richard Seelmaecker am Herzen. Bauvorhaben sollten am besten dort entschieden werden, was im Bezirk Hamburg-Nord parteiübergreifend gut funktioniere, so der CDU-Kandidat. Allein Michael Kruse merkte an, dass an der Alster nicht alle wohnen könnten. Er machte sich für Steilshoop stark, wo er aufgewachsen ist, und plädierte dafür, so genannte Problemstadtteile attraktiver und schöner zu machen.
Die Werkstatträte wollten wissen, was die Parteien unternehmen wollen, um mehr Behinderte im ersten Arbeitsmarkt zu beschäftigen. „Wir wollen Behinderten Mut machen auf den ersten Arbeitsmarkt und Firmen darin bestärken, sie aufzunehmen“, sagte Katharina Fegebank, die es aber den Behinderten überlassen will, ob sie im ersten Arbeitsmarkt oder in für Behinderte geschaffenen Arbeitsverhältnissen tätig sein möchten. Detlef Scheele dagegen möchte so viele Behinderte wie möglich in den ersten Arbeitsmarkt bringen. Jugendliche aus Förderschulen sollten möglichst nicht in Werkstätten für Behinderte, sondern gleich auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt werden. Zakin Nastic forderte eine Erhöhung der Ausgleichsabgabe für Firmen, die keine Behinderten einstellen, um 50 Prozent. Richard Seelmaecker sprach sich dagegen aus. Michael Kruse will Berufsverbände und Kammern darauf aufmerksam machen Jobs so mit Hilfsmitteln auszustatten, dass Behinderte die Tätigkeiten auch ausüben können. Manche Frage aus dem Plenum schärfte das Profil der Fraktionen, so dass der eine oder andere jetzt wohl eher weiß, wo er oder sie am 15. Februar ihre Kreuze macht. (ch)
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1 Kommentar
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Kai Debus aus Alsterdorf | 25.01.2015 | 17:54  
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