Wieder Klagen wegen kaputter Wege in Hamburg

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Der offizielle Gehweg vor der Dorotheenstraße 59-63 ist zugeparkt, das private Pflaster weist Unebenheiten und Risse auf: Für Ältere, Behinderte und Eltern mit Kinderwagen schwer zu bewältigen Foto: Hanke

SPD, Grüne und Bezirkschef Rösler lehnen Liste über Gehwegschäden ab. Aber: schnelle Reparatur versprochen

Hamburg. Stolperfallen auf den Gehwegen in Winterhude und Eppendorf: Ältere Menschen, beklagen schlimme Zustände. Hoch stehende Platten, Lücken in der Bepflasterung mit der Folge von Pfützen und aufgeworfene, rissige und buckelige Belage gefährden die Gesundheit. Auch Mütter mit Kinderwagen und andere Menschen mit eingeschränkter Mobilität dürften es in manchen Straßen schwer haben voranzukommen.
In der letzten Sitzung des Regionalaussschusses Eppendorf/Winterhude sprachen ältere Gäste von unbegehbaren Gehwegen. In der Maria-Louisen-Straße sei der Fußweg zwischen Barmbeker Straße und Johanneum reparaturbedürftig. Hier sind Passanten bereits gestürzt und haben sich verletzt. Noch schlimmer geworden sei der Zustand des Gehweges vor den Häusern Dorotheenstraße 59-63, beklagt eine Anwohnerin, die sich schon einmal bitter über die Situation vor ihrer Haustür beschwert hatte. Der Gehweg ist hier in einer Breite von 1,50 Meter zugeparkt, weil statt des angeordneten Längsparkens schräg geparkt wird. Den Passanten bleibt deshalb nur ein geteerter Gehwegbereich dicht vor den Häusern in Privatbesitz, der Löcher hat und „entsprechend schlecht zu begehen ist“, wie die Anwohnerin an das Bezirksamt geschrieben hat. Für gebrechliche Menschen mit Rollatoren ist auch der Gehweg vor dem Epiphanienhaus in der Jarrestraße, einer Altenwohnanlage, ein Problem. „Platten stehen teilweise hoch heraus und bei Regenwetter versperren riesige Pfützen den Weg. Einige Bewohner des Hauses vermeiden es, den Gehweg zu nutzen und können somit nicht zu den Ladengeschäften gelangen“, berichtete Ulrike Sparr, Abgeordnete der Grünen, die gemeinsam mit der SPD einen Antrag zur Verbesserung dieser Situation gestellt hatten, der einstimmig angenommen wurde. Da die CDU außerdem einen Antrag zur Sanierung der Gehwege in Eppendorf und Winterhude gestellt hatte, entbrannte im Regionalausschuss eine Diskussion um dieses Thema.
Die CDU fordert eine Liste „über alle bekannten Gehwegschäden“. Diese Forderung lehnten SPD und Grüne ab. Der bürokratische Aufwand sei zu groß. Die Wegewarte, die die Straßen des Bezirks regelmäßig kontrollieren, hätten alles im Griff.

Rösler: Listen Unfug

„Listen sind Unfug“, meinte auch Bezirksamtsleiter Harald Rösler. „Wenn auf den Gehwegen jemand zu Schaden kommen könnte, ist immer Geld da, um sie auszubessern.“ Der Leiter des Managements des öffentlichen Raumes, Egbert Willing, erläuterte, dass für die Gehwegsanierungen „im Einklang mit der Natur Lösungen entwickelt werden“, bei Baumwurzeln zum Beispiel. Der CDU-Antrag wurde abgelehnt. Nur die Linke stimmte für ihn. Bleibt zu hoffen, dass auf gefährlichen Gehwegen tatsächlich zügig und umgehend saniert wird. (ch)
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