Winterhude: Einsatz für die Natur

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Idylle mitten in Winterhude: die lange verwahrloste Fläche am Goldbekkanal, von der Brücke Dorotheenstraße gesehen Foto: Hanke
 
Sorgen für Sauberkeit am Goldbekkanal: Roswitha Weidner, Karin Haas und Siegfried Weiden (v.l.) Foto: Hanke
Hamburg: Dorotheenstraße |

Anwohner pflegen Abschnitt am Goldbekkanal. Brückenprojekt neu belebt

Von Christian Hanke
Winterhude
Am Goldbekkanal befindet sich zwischen der Brücke über die Dorotheenstraße und der Einmündung des Mühlenkampkanals eine Grün- und Wegefläche, die früher offenbar eine kleine Parkanlage war. Denn hier stehen fünf Bänke, drei zu einer Sitzecke gruppiert. Die anderen zwei mit Blick auf den Kanal. Weil die Fläche verwilderte, boten sich Anwohnerinnen und Anwohner an, die Fläche zu pflegen.

Bezirksamt lehnte Projekt zunächst ab

Lange verweigerte das Bezirksamt Hamburg-Nord seine Zustimmung. Offensichtlich galt die Fläche als begehrter Baugrund. Doch nun wurden Bäume und Sträucher gerodet. Die Anwohneriniatitive durfte loslegen. „Wir haben erst einmal den Müll eingesammelt“, erzählt Roswitha Weidner, die die Initiative ins Leben gerufen hat. Anschließend werden die Bänke abgeschliffen und gestrichen. Die Initiative wird die Fläche außerdem regelmäßig pflegen, damit Menschen sich hier wohlfühlen können. Viele nutzen den Uferstreifen bereits jetzt, um Pause zu machen. Die Anwohner haben auch Pläne, aber die Zukunft der Fläche hängt von einem zweiten, lange vernachlässigtem Projekt ab. Einer Fußgängerbrücke über den Mühlenkampkanal von dieser Fläche zum Goldbekplatz. Die wäre sehr nützlich für die Anwohner des Bereichs Dorotheen- und Andreasstraße. Sie könnten auf direktem Weg den Goldbekplatz mit seinen zwei Buslinien und den Mühlenkamp mit seinen vielen Geschäften erreichen. Derzeit müssen sie lange Umwege über den Poelchaukamp oder Poßmoorweg und Moorfurtweg in Kauf nehmen. „Das wäre wirklich nicht schlecht. Ich würde viel Zeit sparen“, erzählt Lars Rasmussen, der regelmäßig an der idyllischen Ecke von Goldbek- und Mühlenkampkanal Mittagspause macht.

Grundstücksbesitzer gegen Brückenpläne

Die Brücke ist seit den 1980er-Jahren in einem Bebauungsplan vorgesehen. Doch der private Besitzer der Wegefläche am Goldbekplatz, an der die Brücke enden würde, weigert sich derzeit, seinen Grundbesitz für das Projekt zur Verfügung zu stellen. „Außerdem wird die Brücke teuer. Die Stadt Hamburg müsste sich beteiligen“, gibt Karin Haas von den Linken in Hamburg-Nord zu bedenken. Diese haben jetzt im Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude einen Antrag eingebracht, um das Brückenprojekt wieder in Gang zu bringen. Er wurde als Prüfantrag einstimmig beschlossen. Tom Oelrichs, stellvertretender Bezirksamtsleiter, versprach, die Akteure, die der Brücke zustimmen müssten, noch einmal zu kontaktieren und gab sich dabei verhalten optimistisch.

Kleiner Park geplant

Weil die Brücke als Option im Raum steht, kann über die Zukunft der Grünfläche am Goldbekkanal noch nicht endgültig entschieden werden. „Es ist ein Unterschied, ob diese Fläche so bleibt wie sie ist oder der Durchgang zu einer Fußgängerbrücke wird“, erläutert Haas. Solange das Projekt Brücke „in der Luft hängt“, werden Weidner und ihre Mitstreiter die Uferfläche weiter in Ordnung halten. Ziel: ein kleiner Park.
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