Winterhude im Wandel

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Gesprächsbedarf: Harald Rösler und Jenspeter Rosenfeld (re.)stehen auch nach dem Vortrag Rede und Antwort. Foto: Haas
 
Harald Rösler – ganz Ohr: Es gab viel Gesprächsbedarf. Foto: Haas

Bezirksamtsleiter Harald Rösler stellte Bauvorhaben im Stadtteil vor

Winterhude. Mangel an bezahlbarem Wohnraum bei drastisch steigenden Mieten in Winterhude: Diesem Thema widmete der Winterhuder Bürgerverein den vergangenen Mittwochabend. Der Vorsitzende Jenspeter Rosenfeld hatte eingeladen in die AWO-Altentagesstätte am Lattenkamp, Bezirksamtsleiter Harald Rösler hatte das Wort. „Verdichtung“ sei das Stichwort und Schaffung von neuem Wohnraum angesichts veränderter Rahmenbedingungen: Der Trend zum Häuschen im grünen Umland habe sich umgekehrt, Rückkehr und Zuzug seien aktuell angesagt. „Zudem wächst der Wohnflächen-Bedarf auch durch die Erhöhung von Einpersonen-Haushalten, derzeit 63 Prozent in Hamburg-Nord“, so Rösler. Wer will wie wohnen und leben? Die Vorstellungen wandeln sich, dafür bedürfe es neuer Wohnungstypen und -formen: etwa für gemeinschaftliches Wohnen oder mit zusätzlichen Gemeinschaftseinrichtungen, zudem möblierte Studentenwohnungen. Planer und Investoren hätten die Aufgabe, neben Wohnungen auch eine begleitende Infrastruktur zu entwickeln, wie etwa Kitas, Gemeinschaftsräume oder Treffpunkte.
Der steigende Bedarf rühre auch von der Stagnation im Wohnungsbau der vergangenen Jahre. So entstanden 2010 gerade mal 70 neue Wohnungen in Winterhude. Das solle sich ändern durch den Senatsbeschluss von 2011, in Hamburg jährlich 6.000 neue Wohnungen zu genehmigen. „Für Hamburg-Nord habe ich die Verpflichtung unterschrieben, hier einen jährlichen Beitrag von wenigstens 900 Wohnungen beizusteuern. Ende Oktober standen wir für dieses Jahr mit 1.627 genehmigten Wohnungen auf einem sehr ansehnlichen Platz.“ sagte der Bezirksamtsleiter.
Anschließend stellte Rösler die großen Neubauprojekte vor. Allen voran sei das „Pergolenviertel“ am Rande von Stadtpark und City Nord mit 1.350 geplanten Wohnungen das größte Projekt der Stadt, 60 Prozent davon im öffentlich geförderten Wohnungsbau. Mit einem Baubeginn sei ab 2015 zu rechnen. Für die bisher hier ansässigen Kleingärtner gebe es nach einer aufwändigen Bürgerbeteiligung gute Lösungen: mit Ersatzgärten in der näheren Umgebung, zudem könnten sich von den aktuell 330 Parteien innerhalb des neuen Quartiers auf 160 Parzellen wieder ansiedeln, umgeben von Pergolen.
Zwar hätte er Verständnis für die Kleingärtner, bemerkte Rösler, „aber wenn wir in dieser Stadt in größerem Stil Wohnungsneubau betreiben wollen, müssen wir solche Auseinandersetzungen konstruktiv führen.“ (wh)
Winterhude wächst
Die „Runde Ecke“ an der Gertigstraße bringt es auf 30-40 neue Wohnungen. Auf dem Areal der alten Haacke-Beck Brauerei entstanden bereits 300 Wohnungen. An der Barmbeker Straße 26-28 werden gerade 136 Wohnungen gebaut, über zwei Drittel in öffentlicher Förderung. Auf dem Gelände der ehemaligen Wäscherei Wulf an der Jarrestraße steht ab 2013 der Baubeginn von rund 100 Wohnungen an. Am Winterhuder Marktplatz zwischen Alsterdorfer und Ohlsdorfer Straße laufen die Arbeiten auf dem ehemaligen Raffay-Gelände für den Bau von rund 200 Wohnungen. In der City Nord gibt es Verhandlungen mit einem privaten Investor über die Erweiterung des bestehenden Wohnungsbestandes am Mexikoring. Nach der Insolvenz eines Investors im Projekt „Park Lane“ sollen jetzt auf dem ehemaligen Güterbahnhof Barmbek ebenfalls rund 1.000 neue Wohnungen entstehen, davon rund ein Fünftel in öffentlicher Förderung. (wh)
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