Wirtschaftsinstitut pleite

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In dieser Villa in der Heimhuder Straße sitzt das HWWI. Jetzt müssen günstigere Büros her... Foto: Hanke

Uni Hamburg steigt aus, Handelskammer übernimmt Anteile

Rotherbaum Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) mit Sitz in der Heimhuder Straße hat finanzielle Probleme. Das 2005 aus dem renommierten Hamburgischen Weltwirtschaftsarchiv hervorgegangene Institut schreibt seit 2014 rote Zahlen. Das Jahresergebnis 2014 betrug 617.000 Euro minus nach noch positiven Ergebnissen in den beiden Jahren zuvor. 2015 fuhr das Institut ein Minus von 475.000 Euro ein. Das Eigenkapital war dadurch aufgebraucht.

Es blieb ein nicht mehr durch Eigenkapital gedecktes Minus von 85.000 Euro. Die Stadt rettete das HWWI mit einer Summe von 150.000 Euro. Die Universität Hamburg, einer der beiden Gesellschafter des Instituts neben der Handelskammer Hamburg (beide jeweils zu 50 Prozent) gewährte 2015 einen Zuschuss von 250.000 Euro. 2014 flossen bereits 33.000 zusätzliche Euro von der Universität ins HWWI. Seit Jahresbeginn folgten weitere 100.000 Euro. Im Herbst wird die Universität ihren Anteil vorbehaltlich der Zustimmung der Hamburgischen Bürgerschaft zum symbolischen Preis von einem Euro an die Handelskammer veräußern.

Dadurch soll „die starke Position des HWWI im Bereich der anwendungsorientierten Forschung“ stärker hervorgehoben werden, so der Senat in einer Antwort einer kleinen Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Carsten Ovens. Miet- und Personalkosten des HWWI sollen verringert werden, was einen Auszug aus der Villa in der Heimhuder Straße zur Folge haben wird. In Fachkreisen wird die finanzielle Schieflage des HWWI auch mit der neuen Leitung nach dem Rücktritt seines ersten Direktors, des renommierten Schweizer Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Straubhaar, in Verbindung gebracht, der das HWWI bis 2014 leitete.

Carsten Ovens kritisiert den Verkauf des Uni-Anteils des HWWI an die Handelskammer als „schlechtes Krisenmanangement“. Ovens weiter: „Wir fordern Senatorin Fegebank nun auf, ein Konzept mit dem HWWI und der Handelskammer zusammen zu erarbeiten, das über den Verkauf des HWWI hinausgeht, um das für Hamburg so wichtige Institut langfristig zu retten!“
Dieses Konzept muss der Bürgerschaft zur Abstimmung vorgelegt werden.(ch)
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 23.06.2016 | 09:56  
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