Wissen aus dem Geschichtomat

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Beschäftigten sich mit jüdischer Geschichte im Stadtteil: Freya (v.l.), Lina, Johann, Alina und Mats sowie Lehrerin Iris Beuse Foto: Hanke

Hamburger Schüler erstellen Texte, Fotos und Filme über die jüdische Geschichte der Hansestadt

Von Christian Hanke
Rotherbaum
Welches Wissen gibt es über die jüdische Geschichte Hamburgs – über das Leben, die Gewohnheiten, die Bräuche, die Einstellungen jüdischer Hamburger, einst und jetzt? Jüdisches Leben insbesondere unter Schülerinnen und Schülern bekannter zu machen, hat sich ‚Geschichtomat‘ zum Ziel gesetzt. Das ist ein Projekt, das 2013 am Institut für die Geschichte der deutschen Juden entstand. Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler haben sich seitdem in 20 Projektwochen mit jüdischem Leben beschäftigt. Mittlerweile sind über 100 Kurzfilme, Fotos und Texte entstanden.

Geschichte mit neuen Medien erarbeiten

Geschichtomat soll Schüler anregen, Projekte mit neuen Medien zu erarbeiten, Filme zu drehen und selbst zu schneiden, Fotos zu machen. Zudem soll historisches Material, zum Beispiel Filme, Fotos und Texte, am Computer bearbeitet und zusammengefügt werden. Dabei hilft der „jaf – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg“, der auch das technische Equipment zur Verfügung stellt. So wurden auch 19 Achtklässler der Sophie-Barat-Schule, des katholischen Gymnasiums an der Warburgstraße, ausgerüstet und unterstützt. Auf fünf Gruppen verteilt bearbeiteten sie Themen des jüdischen Lebens mit Bezügen zum Stadtteil. Ein Thema lag quasi vor der Tür: Familie Warburg, nach der die Straße benannt ist, an der die Schule liegt, war eine bedeutende jüdische Familie in Hamburg, die ein Bankhaus begründete. Mit einem Ort im nahen Grindelviertel, in dem bis zum Holocaust die meisten Hamburger Juden lebten, beschäftigte sich eine weitere Gruppe: mit dem Jüdischen Salon im Café Leonar am Grindelhof.Außerdem wurden zentrale Themen jüdischen Lebens wie die Bar Mizwa (die Einführung ins Erwachsenenleben), vergleichbar der christlichen Konfirmation, oder die jüdische Hochzeit genauer untersucht. Schließlich die Thora, die heilige Schrift der Juden. Über Bedeutung und Herstellung sprachen Sophie-Barat- Schüler mit Heinz Jaeckel, einem Mitglied der Jüdischen Gemeinde Hamburg, den sie ebenso vor laufender Kamera interviewten wie Passanten am Hauptbahnhof, die sie zur Thora befragten. Dabei machten die Schüler mühsame Erfahrungen: So ließen sich etwa 90 Prozent der Passanten nicht ansprechen.

Schulen können Material runterladen

Auch die übrigen Gruppen drehten Videos, befragten kompetente Menschen zu ihren Themen. Die nächste Herausforderung: Die Bearbeitung mit einer Einführung in den Filmschnitt in fünf Tagen. Die Ergebnisse können sich online sehen lassen. Fürs nächste halbe Jahr haben sich bereits vier weitere Bildungseinrichtungen mit Projekten für den Geschichtomat angemeldet. Außerdem können sich Schulen Unterrichtsmaterial zu verschiedenen jüdischen Themen von der Seite herunterladen, darunter auch eine Grindelrallye, die über die jüdischen Stätten im Grindelviertel informiert.

Weitere Infos: Geschichtomat
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