Woher Hamburger Rudi den Kittel hat

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Überall Baustelle. Das ärgert manchmal auch Hausmeister Rudi Fotos: Hanke

Thorsten Laussch verkörpert seit 25 Jahren die „Hausmeister“-Kultfigur

Von Christian Hanke
Rotherbaum/Harvestehude Blauer Kittel, Prinz-Heinrich-Mütze und ein lockeres Mundwerk. Das sind die Markenzeichen von Hausmeister Rudi, Kultfigur des Regionalfernsehsenders Hamburg 1 mit Sitz an der Ecke Rothenbaumchaussee/Hallerstraße.
Seit 25 Jahren sagt Hausmeister Rudi im besten Hamburgisch, was er denkt und spricht mit Prominenten und Nicht-Prominenten über Gott und die Welt. Hinter dem Hausmeister verbirgt sich Schauspieler Thorsten Laussch (50), der in Rudi-Kluft erstaunliche Erfahrungen gemacht hat: „Der Kittel und die Mütze machen enorm viel aus. Die Menschen sind mir gegenüber in dieser Kostümierung viel ehrlicher und persönlicher. Sie erzählen mir manchmal sogar ihre Lebensgeschichten. Ich verkörpere nicht nur eine Figur, die agiert. Ich kann auch sehr viel zulassen.“ Das gilt auch für Weltberühmtheiten wie zum Beispiel Harald Juhnke (1929 - 2005), der mit Rudi einst ganz offen über sein Leben redete.
Viele legendäre Showmaster wie Hans-Joachim Kuhlenkampff, Rudi Carell oder Heinz Schenk hat Laussch noch kennengelernt. Auch die Witwe von Peter Frankenfeld, die ihm gestattete, die Gags ihres Mannes verwenden zu dürfen.
Thorsten Laussch ist waschechter Hamburger und wollte schon immer Schauspieler werden. Sein Handwerk erlernte er im berühmten Schauspielstudio Frese, damals noch in Winterhude. Während der Ausbildung jobbte er bei OK Radio und wurde als Hausmeister Rudi Drahtlos engagiert, einer neuen Figur des Radiosenders. „Ich machte immer viel Blödsinn auf dem Flur des Senders“, erzählt Laussch aus dieser Zeit.

Die Schauspielerei vermisst er nicht

Nachdem der Autor der Rudi-Drahtlos-Szenen den Sender verlassen hatte, schrieb Laussch sich seine Auftritte selbst und trat bald im Schmidt Theater und Schmidts Tivoli auf. Dafür borgte er sich blauen Kittel und Mütze von seinem Vater, der als Obstimporteur auf dem Großmarkt arbeitete. Ab 1995 war Hausmeister Rudi dann dauerhaft zu sehen, im von OK-Radio-Betreibern mitgegründeten Fernsehsender „Hamburg eins“. Die Mützen sind noch heute von Papa. In der Kultfigur und als Moderator für verschiedene Veranstaltungen hat Thorsten Laussch die Rollen seines Lebens gefunden. Die Schauspielerei, die er mal gelernt hat, vermisst er nicht. „Ich wollte immer kreativ sein und nicht reproduzierend “ Und das ist er, jede Woche neu. Vorige Woche feierte Rudi in seinem Stammlokal, dem Funk-
eck, sein 25. Dienstjubiläum. Alexa Grau, Enkelin der Funkeck-Chefin, überreichte eine Torte in Herzform. Am 11. September, 19.30 Uhr, ist er live im Planetarium zu erleben.
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