Wohin zieht die Bauwagengruppe „Borribles“?

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Auch sie müssen dem Pergolenviertel weichen: Borribles-Bauwagen am S-Bahngleis südlich der Hebebrandstraße Foto: Haas

Bürgerschaftsabgeordneter Richard Seelmaecker (CDU) verlangt mehr Transparenz

City Nord Eines ist sicher: Die Bewohner der Bauwagengruppe „Borribles“ müssen im Laufe des nächsten Jahres umziehen. Denn auf dem Stellplatz der Bauwagengruppe ist die Errichtung eines Wohngebäudes im Rahmen des Bauprojekts Pergolenviertel vorgesehen. Das Bezirksamt Nord bemüht sich seit langem um ein genehmes Ausweichquartier, verhandelt mit den Bewohnern über einen beauftragten Anwalt. Doch geeignete städtische Ausweichflächen sind angesichts dringender neuer Unterkünfte für Geflüchtete rar genug. Wie berichtet, sei ein möglicher Standort für die Bauwagengruppe in Ohlsdorf gefunden, allerdings wären noch Details zu klären, lautete die Auskunft aus dem Bezirksamt. Darauf wollte der CDU Bürgerschaftsabgeordnete Richard Seelmaecker allerdings nicht warten und verlangte präzise Auskunft in einer schriftlichen Kleinen Anfrage. „Als Wahlkreisabgeordneter wüsste ich gerne, was im Stadtteil los ist“, erklärt er sein Motiv. Aus dem Wortlaut der Anfrage geht auch die mögliche Stellfläche für die Borribles hervor: Zwischen Stübeheide und S-Bahngleisen in der Nähe der Albert-Schweitzer-Schule gelegen, war sie bislang reserviert als „Gemeinbedarfsfläche“. Die Wiese wurde bislang für Osterfeuer genutzt. Auch ein kleiner Zirkus habe dort öfter gastiert. „Genau diese Fläche soll nun jedoch als Ersatzstandort für den Bauwagenplatz ins Auge gefasst worden sein“, so Seelmaecker. Dabei war sie bislang als mögliche Erweiterungsfläche für die benachbarte Schule vorgesehen.
Die Wiese läge zudem in der Nähe zum ehemaligen Anzuchtgarten, auf dem, die derzeit noch umstrittenen Folgeunterkünfte für rund 700 Flüchtlinge entstehen sollen, betont Seelmaecker. Eine Antwort auf seine Anfrage steht zwar noch aus. Doch der CDU-Mann, berufstätig als Rechtsanwalt, macht sich jetzt schon stark für mehr Transparenz: „Die Bürger vor Ort sollten verstärkt in die Stadtentwicklung einbezogen werden.“ Obwohl eine Bürgerbeteiligung für einen Stellplatz der Borribles – anders als bei Bauprojekten – nicht zwingend vorgeschrieben sei, ergibt das Sinn: Denn so könne der Sachverstand der Anwohner genutzt werden. Wie auch immer die Borribles-Bewohner nach Verhandlungen mit dem Bezirksamt entscheiden werden: Richard Seelmaecker zeigt sich kämpferisch mit der Forderung: „Keine Borribles in der Stübeheide ohne die breite Zustimmung der Anwohner.“ Aus dem Bezirksamt heißt es indessen, dass Informationen erst nach Abschluss der Verhandlungen veröffentlicht werden. Und auch die Borribles-Anwoher sind derzeit „nicht auskunftsbereit“. (wh)
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