Wohnungen für Flüchtlinge

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So könnten die Neubauten an der Osterfeldstraße 8 aussehen, in die ab Ende 2016 Flüchtlinge einziehen sollen Grafik: Grundstücksgesellschaft H.W. Maas

Statt Parkplatz an der Osterfeldstraße: 480 Einheiten als Folgeunterkunft

Von Christian Hanke
Eppendorf
Neue Details zu der geplanten Flüchtlingsunterkunft an der Osterfeldstraße: Es wird eine Folgeeinrichtung werden, also für Flüchtlinge, die bereits drei Monate, manchmal länger, in Hamburg untergebracht wurden. Die geplanten Wohngebäude in rotem Vollklinker werden sich in ihrer Ausstattung nicht von anderen Gebäuden des geförderten Wohnungsbaus unterscheiden. Die hier untergebrachten Flüchtlinge sollen möglichst in Arbeit gebracht werden, um eigene Mietverträge mit dem Vermieter abschließen zu können. Die Verträge über diese Nutzung der derzeit als Parkplatz genutzten Fläche in einem Gewerbegebiet wurden noch nicht abgeschlossen. „Wir befinden uns noch in der Abstimmung mit den betroffenen Institutionen“, erklärte dazu Hans-Werner Maas, der Eigentümer der Fläche. Die Bezirksfraktionen befürworteten kürzlich im Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude den Bau der geplanten 480 Wohnungen zur Flüchtlingsunterbringung an der Osterfeldstaße. Der Ausschuss beschloss auf Antrag von SPD und Grünen mit deren Stimmen und der der Linken, die Pläne „nach hinreichender Konkretisierung“ in diesem Ausschuss vorzustellen, dazu Initiativen aus Eppendorf und Umgebung einzuladen, die Flüchtlinge unterstützen wollen, und außerdem Anwohnerinnen und Anwohner zu informieren, „sobald die Konkretisierung der Pläne so weit fortgeschritten ist, dass eine ausreichende Verlässlichkeit über die Rahmendaten der Unterbringung besteht“.

Es gibt keine Alternative. Wir müssen mehr Wohnungen bauen.“ Thomas Domres (SPD)

Viel zu wenig für die CDU, die in einem abgelehnten Antrag eine kurzfristig anzusetzende Informationsveranstaltung zur geplanten Flüchtlingsunterkunft und Integrationswokshops mit Anwohnern und im Stadtteil verwurzelter Initiativen und Bürgervereinen gefordert hatte. Sämtliche Planungen, Beratungen und Präsentationen sollten außerdem nach dem CDU-Antrag in öffentlicher Sitzung vorgestellt, beraten und entschieden werden. „Die Öffentlichkeit muss frühzeitig mit ein bezogen werden“, forderte der CDU-Sprecher Ekkehardt Wersich.

Kritik an Größe



Götz von Grone, Sprecher der neuen Flüchtlingsinitiative in Eppendorf, meldete „erhebliche Bedenken“ an der Sinnhaftigkeit der Größe dieser Unterkunft an, die etwa 2500 Menschen Platz bieten könnte. Die von der CDU geforderte Bürgerbeteiligung geht von Grone nicht weit genug. Die Flüchtlinge müssten im Alltag mit der einheimischen Bevölkerung in Berührung kommen, sonst wären „große Folgeschäden“ zu erwarten. „Wir müssen möglichst günstige Bedingungen für Integration schaffen“, forderte Götz von Grone. Eine so große Unterkunft wie die an der Osterfeldstraße geplante auf einem Gewerbegebiet am Rande Eppendorfs würde die Integration aber nicht fördern. Kleinere Flächen wie das Ruppert-Grundstück an der Meenkwiese, die Fläche an der Eppendorfer Landstraße, auf der unter anderem das Tre Castagne stand, oder eine Fläche neben der Sporthalle Loogestraße sollten für kleinere Unterkünfte genutzt werden, findet von Grone, „Diese privaten Grundstücke, auch die am Salomon-Heine-Weg, stehen nicht zur Verfügung“, stellte daraufhin der stellvertretende Bezirksamtsleiter Tom Oelrichs klar. „Es gibt keine Alternative. Wir müssen mehr Wohnungen bauen“, bekräftigte der SPD-Bezirksfraktionsvorsitzende Thomas Domres den Standpunkt seiner Partei.
Für die Förderung und Koordinierung der ehrenamtlichen Tätigkeiten im Rahmen der Unterstützung von Flüchtlingen wird ab Januar 2016 eine Mitarbeiterin des Bezirksamtes Hamburg-Nord zuständig sein, die in die nächste Sitzung des Regionalauschusses im Januar eingeladen wurde.
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4 Kommentare
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felix picker aus Groß Borstel | 08.12.2015 | 17:28  
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Bertold Heisterkamp aus Eppendorf | 09.12.2015 | 09:46  
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Michael Deiwick aus Eppendorf | 09.12.2015 | 15:07  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 12.12.2015 | 11:07  
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