Zentrum gegen Fettleibigkeit

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Gehören zum Kernteam des neuen Adipositaszentrums am UKE: Dr. Jens Aberle, Dr. Verena Faude-Lange und Dr. Oliver Mann (v.l.).Foto: ch

Neue Abteilung im UKE hilft extrem Übergewichtigen

Eppendorf. Immer mehr Menschen werden immer fülliger. Schon rund 16 Millionen Menschen leiden in Deutschland an krankhaftem Übergewicht. Laut einer nationalen Verzehrstudie ist sogar jeder zweite erwachsene Deutsche übergewichtig. Deshalb hat das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) jetzt das „Universitäre Adipositaszentrum“ gegründet (Adipositas=Fettleibigkeit). In einem interdisziplinären Therapieansatz arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, um die stetig wachsende Gruppe der Übergewichtigen rund um die Uhr optimal zu betreuen.
Das Team, dessen harter Kern aus zwanzig Medizinern besteht, setzt zunächst auf umfassende Beratung und in vielen Fällen auf Operationen. „Die meisten Patienten haben schon viele Therapien durchlaufen und sämtliche Diäten ausprobiert. Da hilft dann meistens eine Operation“, erläuterte Dr. Jens Aberle, der endokrinologische Leiter des Zentrums, bei dessen Vorstellung im UKE. „Vor allem Menschen mit besonders großem Übergewicht und schweren Begleiterkrankungen setzen ihre Hoffnung in die Hilfe der Chirurgie“, erklärte der chirurgische Leiter, Dr. Oliver Mann.
Rund 250 Patienten wurden 2011 im UKE operiert. In diesem Jahr werden es schon 300 sein, weshalb Strukturen und Personal verdoppelt wurden. Bei den meisten Operationen werden Magen-Bypässe gelegt, das heißt, der Magen wird verkürzt. Dabei handelt es sich um einen technisch anspruchsvollen Eingriff, der den Einsatz ganz eigener Geräte verlangt, den Patienten aber wirklich hilft. Sie verlieren im Jahr nach der Operation bereits 30 bis 40 Prozent ihres vorherigen Körpergewichts. Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislaufbeschwerden verringern sich oder verschwinden ganz. „Die meisten Diabetes-Patienten können ihre Medikation nach sechs bis zehn Monaten deutlich reduzieren oder sogar beenden“, berichtete Dr. Aberle. Das Expertenteam des Adipositaszentrums, zu dem auch Ernährungswissenschaftler und Diätassistenten gehören, betreuen die Patienten vor allem in ihrem Ess- und Bewegungsverhalten. In der ersten Woche nach der Operation gibt´s nur Tee und Wasser, dann folgt eine Woche lang nur Suppe und anschließend zu Mittag ein wenig Püree. Außerdem werden die Patienten sowohl vor als auch nach der Operation psychosomatisch betreut.
Eine langjährige individuelle Nachsorge ist elementarer Bestandteil des Behandlungskonzepts, denn es kann Komplikationen wie Blutungen oder Bauchfellentzündungen geben. Übergewichtige, die sich behandeln lassen wollen, brauchen nicht lange auf ihre Operation zu warten, wenn sie die Voraussetzungen für die OP zusammengetragen haben. Dadurch können sich aber Wartezeiten ergeben, denn es muss zum Beispiel sechs Monate sportliche Betätigung nachgewiesen werden. In einigen Fällen kann darauf allerdings verzichtet werden. (ch)
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