Zoologisches Museum Hamburg erhält richtigen Eingang

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Matthias Glaubrecht, der Direktor des „Centrum für Naturkunde“ (CeNak), vermisst ein Bekenntnis des Ersten Bürgermeisters zum geplanten Naturkundemuseum Foto: Hanke
 
Der alte Eingang ist so unscheinbar, dass viele Besucherdas Museum gar nicht finden Foto: Hanke

Der offizielle Zutritt mit Foyer soll in der Bundesstraße entstehen

Von Christian Hanke
Rotherbaum
Das Zoologische Museumbekommt einen richtigen Eingang. „Das bestversteckteste Museum der Stadt“, so sein Direktor Professor Dr. Matthias Glaubrecht, erhält einen Eingang mit Foyer zur Bundesstraße. Derzeit betritt man das Zoologische Museum von einem unscheinbaren Fußweg zwischen der Sackgasse Martin-Luther-King-Platz und der Bundesstraße. Zusammen mit dem schmucklosen 1980iger-Jahre-Bau des Museums eine trostlose Ecke, die man des Nachts meiden würde. „Oft finden uns die Menschen, die zu uns kommen wollen, nicht. In der Langen Nacht der Museen haben wir das Gebäude beleuchtet, damit sie uns sehen“, erzählt Mareen Gerisch, die Sprecherin des Museums. Deshalb soll das Museum künftig von Westen, von der Bundesstraße betreten werden, an die es grenzt. Dazu bedarf es eines Mauerdurchbruchs. Die westliche Steinwand wird im neuen Eingangsbereich durch eine Glasfront ersetzt. Der dortige Teil der Ausstellungsfläche wurde bereits geräumt, denn hier soll ein Foyer mit Tresen, Garderobe und sanitären Anlagen entstehen. „So wie es in einem Museum üblich ist“, sagt Lioba Thaut, die Ausstellungsleiterin. Dort würden die Gäste des Museums und vor allem die Schülergruppen nicht mit den Studierenden zusammentreffen wie derzeit im Vorraum des Museums, der mit einem Foyer wenig gemein hat. Von diesem Raum geht’s sowohl ins Museum als auch in die Zoologie-Hörsäle. Studis mischen sich mit Kindern, Jugendlichen und anderen Gästen. Im neuen Foyer wird der Eisbär im passenden Arktis-Hintergrund gleich auf den Klimawandel hinweisen, der künftig stärker thematisiert werden soll. Auch der Kopf eines 18,60 Meter langen Finnwals, den Hamburger Wissenschaftler 1952 von einer Expeditionsfahrt mitgebracht hatten, soll das neue Foyer zieren. Seine 163 Knochen, die zusammen rund 1,3 Tonnen wiegen, werden seit kurzem bereits ausgestellt. Sie wurden digitalisiert, so dass Kinder das Skelett am Bildschirm zusammensetzen und dabei viel über diese vom Aussterben bedrohte Walart erfahren können. Das „Finni-Knochenpuzzle“ und die Spielstation für Kinder sollen im Eingangsbereich installiert werden, wenn dieser voraussichtlich im März 2017 fertiggestellt ist. Dafür benötigt das Museum noch Spenden, die über die Internetseite des Museums im Spendenportal „Gut für Hamburg“ unter „Aktuelles“ getätigt werden können.

Blauwal-Unterkiefer als Gartentor


Die Dauerausstellung wird durch den neuen Eingang kaum verändert. Einige der lebensgroßen ausgestopften Tiere, die jetzt in Richtung des derzeitigen Eingangs gucken, werden einfach umgedreht, damit sie künftig zum neuen Eingang blicken. Die ganzen Ausmaße eines 28 Meter langen Blauwals, dessen Unterkiefer in der Ausstellung steht, werden künftig durch einen in den Boden gefrästen Strahl sichtbar gemacht. Der frühere Besitzer der Unterkiefer hatte sie als Gartentor verwendet. Das Zoologische Museum bildet seit zwei Jahren zusammen mit dem Mineralischen und dem Geologisch-Paläontologischen Museum das „Centrum für Naturkunde“ (CeNak), das an der Universität angesiedelt ist. Aus diesem Zentrum soll ein neues Naturkundemuseum erwachsen, das es in Hamburg bis 1943 gegeben hat, bis es durch Fliegerbomben der Alliierten zerstört wurde. Über Standorte in der City und im citynahen Bereich wurde bereits nachgedacht. Stiftungen und Förderer würden Geld geben. Ein Bekenntnis des Bürgermeisters zu dem geplanten Museum stehe aber bislang noch aus, so Matthias Glaubrecht. Für ihn unverständlich, denn: „Wir erwirtschaften Geld für Hamburg.“ Die Wissenschaftsbehörde berät die Zukunft des CeNak in diesen Tagen.

Weitere Infos: Zoologisches Museum Hamburg
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