Zu kurze Ampelphasen

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Foto: thinkstock
Hamburg-Nord. An drei Kreuzungen hatten Anwohner aus Eppendorf und Winterhude in den vergangenen Wochen beanstandet, dass die Grünphasen der Ampeln für ältere und behinderte Menschen oder Eltern mit Kinderwagen zu kurz seien: an der Ecke Curschmann- und Martinistraße vor dem Universitätsklinikum Eppendorf, am Winterhuder Marktplatz und an der Kreuzung Dorotheenstraße, Krohnskamp, Poßmoorweg. Alle drei Anträge auf Verlängerung der Grünphasen, welche die Bezirksversammlung beschlossen hatte, waren von der zuständigen Fachbehörde, der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation mit der Begründung abgelehnt worden, dass die drei Ampelschaltungen den in Hamburg üblichen Vorschriften entsprächen. In der Begründung heißt es außerdem: „Ein notwendiges Maß an Eigenverantwortlichkeit von Verkehsteilnehmern wird allerdings voarausgesetzt (z.B. ob sich Mobilitätseingeschränkte zutrauen, nach langer Grünanzeige noch die Straße zu betreten bzw. die grundsätzliche Rücksicht des motorisierten Verkehrs wenn im Ausnahmefall für einen Fußgänger die Räumzeit nicht ausreichen sollte) und kann im Allgemeinen nicht durch technische Vorschriften erzeugt werden.“
Im Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude erläuterten kürzlich Vertreter der Behörde, warum die Grünphasen an den drei besagten Kreuzungen ausreichend berechnet seien. Die Mitglieder des Ausschusses hielten ihnen entgegen, dass bei der Wahrnehmung vieler betroffener älterer Menschen das psychologische Moment, die subjektive Wahrnehmung die entscheidende Rolle spielen würde. „Die Menschen haben trotz aller Berechnungen das Gefühl: Ich komme da nicht rüber“, erläuterte Ulrike Sparr von den Grünen. „Wir sollten die Technik den Menschen anpassen“, fand Thomas Domres (SPD). Sein Parteikollege Markus Hahn schlug vor, die Ampelphasen am Winterhuder Marktplatz wegen der Nähe einer Grundschule morgens und mittags zu verlängern, wenn die Schülerinnen und Schüler unterwegs sind. Man wird in der Behörde darüber nachdenken. (ch)
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