Agentur für Ehrenamtler

Anzeige
Laura Grashorn (rechts) ist eine der ersten Freiwilligen, die Dilek Acil, Leiterin der neuen Freiwilligenagentur Nord, erfolgreich vermittelt hat. Foto: Gemeinholzer

Zwölf Träger hoben die „Freiwilligenagentur Nord“ aus der Taufe

Von Anne Gemeinholzer

Alsterdorf. In Hamburg-Nord gibt es viele Menschen, die sich in ihrer Freizeit freiwillig engagieren möchten, und zahlreiche Institutionen, Vereine und soziale Einrichtungen, die sich über zusätzliche ehrenamtliche Helfer freuen würden. Beide Seiten zusammenzubringen, hat sich die im September neu gegründete Freiwilligenagentur Nord vorgenommen. Unter Federführung der alsterdorfer assistenz west sind insgesamt zwölf Träger mit im Boot und stellen das Projekt zusammen mit der Sozialbehörde und dem Bezirk Nord auf sichere Beine. Seit Oktober ist Leiterin Dilek Acil (34) mit ihrem Team in der „Alten Küche“ am Alsterdorfer Markt zu finden. Am Freitag wurde das Projekt dort bei einer Feierstunde offiziell vorgestellt.
Eine der ersten erfolgreich vermittelten Freiwilligen ist Laura Grashorn. „Die Agentur ist eine tolle Sache. Ich habe schon etwas gefunden, wo ich mich engagieren kann“, sagt die 25-Jährige, die Soziale Arbeit studiert. „Ich arbeite beim Hamburger Kulturschlüssel mit und begleite Menschen, die aufgrund ihrer Barriere sonst keine Kulturveranstaltungen besuchen könnten.“ Sie ist seit Kurzem beim Projekt des Elternvereins „Leben mit Behinderung Hamburg“ dabei und begleitete bisher einen jungen Mann mit Asperger-Syndrom zu einem klassischen Konzert in der Laeiszhalle. Ihr bereite es Freude, solch ein Erlebnis zu teilen, sich auszutauschen und Menschen zu treffen, die sie sonst wohl nicht kennen gelernt hätte.
„Ich hoffe, dass wir in Hamburg-Nord ganz viele Menschen erreichen, die sich beraten lassen“, sagt Dilek Acil. Das Potenzial an Freiwilligen sei groß. „Sie wissen meist noch nicht, wie es vor Ort in den Institutionen aussieht oder ob ihnen zum Beispiel Kinderbetreuung auch wirklich liegt. Die persönliche Beratung ist deshalb das A und O – damit die Freiwilligen sich auch gerne engagieren“, sagt die Leiterin der Freiwilligenagentur. Zu ihrem Team zählen zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen und bisher elf Freiwillige, die die Kunden der Agentur – nach einer Schulung – ebenfalls beraten sollen. „Freiwilligenarbeit bringt die Leute zusammen. So kann man in der eigenen Nachbarschaft etwas bewegen und ein gutes Zusammenleben gestalten“, ist Dilek Acil überzeugt.
Modell gestanden hat das Freiwilligennetzwerk Harburg, das die alsterdorfer assistenz west und der Kirchenkreis Hamburg-Ost seit einem Jahr gemeinsam betreiben. Die neue Freiwilligenagentur Nord profitiert von der Vielzahl der Träger, die alle bereits erfolgreich mit Freiwilligen zusammenarbeiten. Beteiligt sind die alsterdorf assistenz ost und west, alsterarbeit, die Quartiersentwicklung Q8 der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, Das Rauhe Haus, die  FreiwilligenBörse Hamburg, f&w fördern und wohnen, Leben mit Behinderung Hamburg, die seniorTrainer, Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll, Sozialarbeit im Norden und die Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer-Genossenschaft.
Neben den Trägern beteiligen sich an den Kosten von 80.000 Euro im Jahr auch die Sozialbehörde mit 25.000 Euro – befristet auf drei Jahre – und die Bezirksversammlung Nord mit 10.000 Euro aus dem Förderfonds Bezirke.
Freiwillige sollen von der Agentur auch über die Grenzen von Hamburg-Nord hinaus vermittelt werden. „Wir wollen nicht nur in eigene Einrichtungen vermitteln“, betont Sabine Brahms von Q8, die die Freiwilligenagentur über ein Jahr hinweg mit aufgebaut hat. „Anerkennung zu bekommen, spielt eine Riesenrolle in der Freiwilligenarbeit – es geht nicht nur um Altruismus“, weiß sie. So werden im Projekt Q8 auch Menschen mit Beeinträchtigung in ehrenamtliche Tätigkeiten vermittelt.
„Freiwillig Engagierte arbeiten daran mit, Zivilcourage und Solidarität zu verankern. Sie bauen Brücken zwischen Gesunden und Kranken, Älteren und Jüngeren und zwischen Kulturen“, sagte Birgit Schulz vom Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Dass Alsterdorf als Hauptstandort gewählt wurde, zeige, „dass wir inzwischen zu einem weltoffenen und selbstverständlichen Standort der Stadt Hamburg geworden sind.“
Damit wohnortnah beraten werden kann, sollen im Frühjahr noch zwei Dependancen der Freiwilligenagentur am Langenhorner Markt und in Barmbek entstehen. (ag)

Kontakt: Dilek Acil, Freiwilligenagentur Nord, Alsterdorfer Markt 18, Tel.: 01525/ 3755195, E-Mail: dilek.acil@alsterdorf-assistenz-west.de
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige