Hanse-Umweltpreis für Molchprojekt

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3000 Euro für den ersten Platz gingen an die Klimaschutzsiedlung in Klein Borstel. Foto: Haas

Hans-Hermann Harms aus Grindel ausgezeichnet

Grindel. Hans-Hermann Harms freute sich über die Ehrung am vergangenen Sonntag. Für seine private Initiative zur Rettung eines Molchbiotops wurde er ausgezeichnet mit dem dritten Preis, erhielt einen symbolischen Scheck über 1.000 Euro. Der NABU Hamburg und sein Partner Globetrotter-Chef Klaus Denart, der seit 16 Jahren den Hanse-Umweltpreis fördert, hatte sämtliche Bewerber eingeladen in die Firmenzentrale am Wiesendamm zur feierlichen Preisverleihung. NABU-Vorsitzender Alexander Porschke begrüßte die Gäste, auch Staatsrat Holger Lange vom der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sprach ein Grußwort. Der ehrenamtliche Einsatz für Naturschutz und Umwelt könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Hanse-Umweltpreis biete die Gelegenheit, dieses „Engagement im Verborgenen“ auch öffentlich zu würdigen.
Wie berichtet, sollten 2010 die Kleingartenparzellen der Wohnanlage Gustav-Falke-Straße weichen, um während der energetischen Sanierung als Lagerplatz für Baustoffe und Baumaschinen zu dienen. Auch der Teich im Kleingarten von Hans-Hermann Harms war in Gefahr. Doch der passionierte Naturschützer kämpfte. Zusammen mit Anwohnern wandte er sich in einer Unterschriftenliste gegen die Zerstörung der Gärten, erreichte schließlich, dass der Bewuchs möglichst geschont wurde. Seit dem Sommer kann der umgestaltete Gemeinschaftsgarten von den Anwohnern genutzt werden. Mittendrin: Hamburgs kleinstes Naturschutzgebiet. Die Pflege unternimmt der 77-Jährige jetzt mit zehn jungen Assistenten. Unlängst halfen ihm die Kids, verrottetes Laub aus dem Teich zu entfernen. Dabei zählte das Naturschutz-Team immerhin rund 70 Molchlarven der selten gewordenen Berg- und Teichmolche.
Der zweite Preis, dotiert mit 2.000 Euro, ging an das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium für sein Engagement in der Bachpatenschaft „Lebendige Engelbek – Lernen im Fluss“. Gewinner auf Platz eins mit einem Preisgeld von 3.000 Euro war die Klimaschutzsiedlung Klein Borstel, seit 2008 ein autofreies Wohnprojekt, das zeige, wie sich Bauen und Klimaschutz miteinander vereinbaren lassen. Viele Initiativen hatten sich um den Hanse-Umweltpreis beworben. Schirmherrin Dagmar Berghoff lobte den Einsatz sämtlicher Bewerber: „Mülltrennung in der Grundschule, die Einrichtung eines Schulgartens mit Teich oder einer Streuobstwiese, ebenso die Initiative zur Rettung des Hirschkäfers, der ehrenamtliche Einsatz der Otto-Mitarbeiter zur Renaturierung der Osterbek oder eine Kröten-Mission: Es gab so viele tolle Projekte in Hamburg, unsere Jury hatte wieder einmal die Qual der Wahl.“ Dagmar Berghoff empfahl den Naturschützern, die leer ausgingen, sich einfach im nächsten Jahr wieder zu bewerben. (wh)

Hanse-Umweltpreis
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