Mehr Zeit für den Ganztag

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Sechs Schulen starten Aktion mit Paritätischem Wohlfahrtsverband

Hamburg. Unterricht, Mittagessen, Hausaufgaben, Nachmittagskurse und nur wenige Minuten Zeit für die Übergabe – so sieht normalerweise der Alltag an Hamburgs Schulen aus. Ein Leuchtturmprojekt der besonderen Art hat deshalb der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg mit dem Schuljahresbeginn 2014/2015 zunächst für ein Jahr an sechs Hamburger Schulen gestartet: Hier soll das Ganztagsangebot unter dem Motto „Wir gehen aufs Ganze“ für Schüler, Lehrer, Erzieher und Eltern verbessert werden. Wie? Das ist eigentlich ganz simpel: Lehrer und Erzieher bekommen eine gemeinsame Übergabe-Stunde täglich von 12 bis 13 Uhr und können so „den Ganztag aus einem Guss gestalten“, wie Martin Peters, Referent für Frühe Bildung, Betreuung und Erziehung beim Paritätischen Hamburg erläutert. Dafür wurden große und kleine Träger innerhalb des Paritätischen gefunden. (Hamburg hat fast alle Grundschulen zum Ganztag weiterentwickelt. An 124 von 203 Hamburger Grundschulen startete mittlerweile die so genannte Ganztägige Bildung und Betreuung an Schulen, kurz GBS genannt. 54 Schulen haben Kooperationen mit Paritätischen Mitgliedsorganisationen geschlossen, die meisten in Form der GBS.

Vielfalt im Ganztag

Inge Schröder vom Jugendhilfeträger Hamburger Schulverein von 1875, der mit der Schule Traberweg kooperiert, betont: „Die Welt ist bunt und ihre Vielfalt soll sich im Ganztag widerspiegeln. Wir wollen, dass die Kinder die Mauern der Schule überwinden und aktiv den Stadtteil entdecken. Sei es das Theater um die Ecke, musikalische und sportliche Angebote oder einfach das Hineinschnuppern in Berufe.“

Senat soll unterstützen

An der Schule Traberweg trafen sich Peters, Schröder und Schulleiter Jörg Behnken kurz nach dem Start des Projekts jetzt mit Markus Menke von der LAG Kinder- und Jugendkultur, Tobias Joneit, Elternvertreter der Schule Traberweg und Gerrit Petrich, Vorstand der Elternkammer Hamburg, um gemeinsam mit Lehrern und Erziehern der Schule Traberweg und der fünf weiteren Schulen (Schule Arp-Schnitger-Stieg in Kooperation mit der Kita Este, Grundschule Lohkampstraße mit Sportverein Eidelstedt Hamburg von 1880, Schule Tonndorf mit Rudolf-Ballin-Stiftung, Grundschule Turmweg mit Eimsbütteler Turnverband sowie Schule auf der Uhlenhorst in Kooperation mit dem Uhlennudelclub), für die Initiative zu werben. „Diese Schulen wollen den Ganztag mit einer neuen Qualität belegen, den Vormittag sinnvoll mit dem Nachmittag verbinden“, sagt Peters, der hofft, dass die Idee Strahlkraft entwickelt und sich an Hamburger Schulen etabliert. „Wir wollen zeigen, wie großartig Ganztag sein kann, wenn wir ihn ein Stück intelligenter gestalten.“ Jeder dieser sechs Schulstandorte habe ganz individuelle Lösungen für die Finanzierung gefunden. Damit die auch zukünftig sichergestellt ist, hofft er jedoch, dass auch der Senat „aufs Ganze“ geht und die Initiative aufgreift. (cm)
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