Sprachcafé macht weiter

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Sussan und Parisa Moussavi (von rechts), Raheleh Paruinnia und Said Amidi (links) profitieren von dem Unterricht bei Ella Schwab (2. von links) Foto: Gemeinholzer

Unterstützung für Flüchtlinge in der Unterkunft Alsterberg

Alsterdorf. Das Kultur- und Sprachcafé in der Wohnunterkunft Alsterberg ist viel mehr als ein Sprachkursangebot: Flüchtlinge erhalten auch Unterstützung in Alltagsfragen und kommen miteinander in Kontakt. Wegen weggefallener Mittel stand das Angebot des Internationalen Bundes zu Jahresbeginn vor dem Aus. Doch die Bezirksversammlung machte kurzfristig die Weiterfinanzierung über den Quartiersfonds möglich. Zurzeit profitieren 25 der rund 150 erwachsenen Bewohner der Unterkunft Alsterberg von dem Angebot.
Ein fröhliches „Hallo!“ schallt Caroline Smolny entgegen, als die Mitarbeiterin von fördern & wohnen durch die Gänge geht. Der kleine schwarzhaarige Junge wiederholt die Begrüßung ein ums andere Mal – und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Eine alltägliche Szene, die zeigt: Sprache ist der Schlüssel, um anzukommen. Mit dem Sprachcafé sollen in erster Linie die Eltern der 112 Kinder in der Unterkunft angesprochen werden. Denn: „Während Kinder die Werte der Gesellschaft mit vermittelt bekommen, wenn sie zur Schule gehen, bleiben Eltern häufig auf der Strecke. Wir wollen durch das Sprachcafé eine Brücke zu den Eltern bauen“, erklärt Kristina Simonaviciute vom Träger Internationaler Bund. Es gelte, Erziehende zu stärken, sagt Caroline Smolny. „Denn wenn Eltern nicht mitkommen, schwächt das ihre Erziehungsfähigkeit, und die Kinder orientieren sich außerhalb des Familienverbundes – mit negativen Folgen.“ Das Kultur- und Sprachcafé sei das Herzstück eines Netzwerks von Hilfen für Familien, das auch Mütterberatung und Hausaufgabenhilfe umfasst.
An fünf Tagen in der Woche kommen Gruppen von je zehn bis 15 Männern und Frauen zum Kultur- und Sprachcafé zusammen. Angeleitet von Ella Schwab können sie hier ihr Deutsch verbessern und erhalten wertvolle Hinweise für das Zurechtkommen in der fremden Kultur. „Zur Begrüßung der Gäste steht man auf“, erklärt die Sprachlehrerin etwa anlässlich des Besuchs vom Hamburger WochenBlatt. In ihrem Unterricht spielen die Alltagsfragen der Teilnehmer eine ebenso große Rolle wie die Anforderungen der Sprachprüfung. „Ich versuche den Frauen und Männern so viel wie möglich mitzugeben für das Leben in Deutschland“, sagt Ella Schwab. Das kommt an: „Ich freue mich, dass es das Sprachcafé gibt. Ich habe viel gelernt und möchte weiterlernen“, sagt etwa Fahim Ahmadi, der aus Afghanistan stammt und seit drei Jahren das Sprachcafé besucht. Trotz der Erfolge ist das Angebot bisher nicht regelmäßig öffentlich finanziert. Nachdem in diesem Jahr auch die Finanzierung aus Restmitteln wegfiel, wandte sich der Träger Internationaler Bund an die Bezirkspolitik.
„Wir hatten uns schon vielfach anderweitig um Fördermittel bemüht, aber am Ende kam die Rettung von der Politik“, freut sich Koordinatorin Caroline Smolny. Rund 14.000 Euro fließen von April bis Jahresende aus Mitteln des Quartiersfonds. Ab 2014 ist die Finanzierung des Sprachcafés über den Topf der Sozialräumlichen Hilfen und Angebote (SHA) im Bezirk Nord gesichert. (ag)
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