Dreister Betrüger

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Amtsgericht Hamburg-Mitte verurteilt Betrüger zu vier Monaten Gefängnis auf Bewährung Symbolfoto: thinkstock

52-Jähriger lieh sich Geld und zahlte keinen Cent zurück

Harvestehude Einen Monat lang saß der arbeitslose Koch Roland Sch. (52) in Untersuchungshaft. Vergangene Woche verurteilte ihn das Amtsgericht Hamburg-Mitte zu vier Monaten Gefängnis auf Bewährung. Grund für die Verurteilung ist das schlechte Personengedächtnis des Betrügers. Er versuchte unwissentlich, eines seiner Opfer ein zweites Mal hereinzulegen. Und das ging gründlich schief.
Die Masche des Betrügers: Auf dem Rasthof Garbsen-Süd gab sich Roland Sch. als kanadischer Geschäftsmann aus, der überfallen worden sei. Geld und Papiere futsch. Er bat Autofahrer darum, ihn mit nach Hamburg nehmen. Während der Fahrt versuchte er, sich von den Autofahrern Geld zu leihen. Am 24. Mai nahm ihn der Hamburger Unternehmer Andreas K. mit nach Harvestehude. In der Isestraße fuhren sie zu einem Geldautomaten. Andreas K. lieh dem „Kanadier“ 300 Euro. Der versprach hoch und heilig, das Geld so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Natürlich meldete er sich nicht. Der Unternehmer sagte als Zeuge vor Gericht aus: „Der Angeklagte sprach perfekt Englisch. Er wirkte total glaubwürdig.“ Am 27. Juni stand Roland Sch. wieder auf dem Rasthof Garbsen-Süd. Ein Déjà-vu-Erlebnis für Andreas K., der dort auf seinen Geschäftsfahrten zwischen Hannover und Hamburg häufig eine Pause einlegt. Der Betrüger erkannte den Unternehmer nicht, sprach ihn wieder an und jammerte ihm vor, er sei ein armer Kanadier. Andreas K. informierte die Polizei. Die nahm den Mann fest und setzte ihn in Untersuchungshaft, weil Roland Sch. keinen festen Wohnsitz hat.
Vor Gericht beteuerte der Betrüger mit dem schlechten Gedächtnis: „Die Untersuchungshaft hat mich zur Besinnung gebracht. Ich werde mir Arbeit und einen festen Wohnsitz suchen.“ Hoffentlich erinnert er sich auch noch in ein paar Wochen an dieses Versprechen. (je)
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