Offensive gegen Einbrecher

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Neue Soko „Castle“ gegründet. Polizei rät zu mehr Sicherung und Aufmerksamkeit Symbolfoto: fotolia
 
Polizeipräsident Ralf Martin Meyer (zweiter von links) stellt die Soko „Castle“ vor. Sie wird von Kriminaloberrätin Alexandra Klein geleitet Foto: ks

Neue Soko „Castle“. Polizei rät zu mehr Sicherung und Aufmerksamkeit

Hamburg Die Hansestadt ist beliebt – nicht nur bei Touristen und Ausflugsgästen, sondern auch bei Einbrechern. Im vergangenen Jahr gab es 7.490 Einbrüche in Wohnungen und Häusern in der Stadt, 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein in Eppendorf und Groß Borstel wurden 2014 110 Wohnungen aufgebrochen. Vor diesem Hintergrund - und weil die dunklen Herbst- und Wintertage näher rücken - hat die Polizei eine neue Offensive gegen die Einbruchsdiebe gestartet und eine „Besondere Aufbau-Organisation“ (BAO) gegründet. „Castle“ ist der Name der neuen Sonderkommission und spielt damit auf das englische Sprichwort „My home is my castle“ an.

80 Beamte in Soko


„Das Thema Einbruch in unserer Stadt bereitet uns weiterhin Sorgen, es besteht Handlungsbedarf, die 965.000 Wohnungen und Häuser in unserer Stadt und mit ihnen die Menschen, die darin leben, zu schützen“, erklärt Polizeipräsident Ralf Martin Meyer auf einer Pressekonferenz und fährt fort: „Die Menschen haben ein Anspruch auf Sicherheit, darum müssen wir die kriminelle Arbeit der Täter erschweren, die Tatgelegenheiten reduzieren.“ In der Soko „Castle“ sind 80 erfahrene Beamte aus unterschiedlichen polizeilichen Bereichen gebündelt. Das sind operative Kräfte wie Zivilfahnder, Beamte des Mobilen Einsatzkommandos sowie ein Team für die Fallanalyse. Dabei gilt das Hauptaugenmerk den Serientätern. „Eine geringe Anzahl von Tätern begeht eine Menge Taten“, weiß die neue Soko-Leiterin, Kriminaloberrätin Alexandra Klein. Diese Tätergruppe ist allein mit über 60 Prozent an den Straftaten beteiligt - und sie haben zum Teil eine lange Anreise, kommen zum Beispiel aus den Balkanstaaten und selbst aus Chile. Und das Risiko für diese Banden scheint gering: Im vergangenen Jahr lag die Aufklärungsquote gerade einmal bei 8,3 Prozent. In vielen Fällen haben die Täter ein leichtes Spiel, in das Haus oder die Wohnung einzudringen. Bernd Schulz-Eckhardt, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamtes, nennt dazu einige typische Beispiele aus der vergangenen Woche: „In Wandsbek stand im Obergeschoß ein Fenster auf Kipp, und – wie praktisch für den Einbrecher – im Garten lag eine Leiter. Das gleiche Szenario bei einem Haus in Billstedt, in Harburg schließlich war die Haustür nicht verschlossen, sondern lediglich zugezogen und somit für den Einbrecher leicht zu öffnen!“ Schulze-Eckhardt: „Am Anfang steht die Sicherung der eigenen vier Wände.“

Beratung und Information


Eine wichtige Anlaufstelle für entsprechende Informationen ist dabei die „Polizeiliche Beratungsstelle“ in der Caffamacherreihe 4 (Telefon: 040-4286 70777). Die Hamburger Polizei scheint also gut gerüstet mit ihrer Soko „Castle“ – doch sie ist auch auf die Hilfe und Aufmerksamkeit der Bürger angewiesen. Soko-Leiterin Alexandra Klein: „In unsere Kampagne spielen auch Taxi- und Busfahrer sowie die 240 „Bürgernahen Beamten“ eine große Rolle, die täglich in unseren Stadtteilen unterwegs sind. Und natürlich die Anwohner und Nachbarn – bitte informieren Sie umgehend die Polizei, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt, fremde Personen etwa, die ein Haus beobachten. Unser Ziel ist es, den oder die Täter auf frischer Tat festzunehmen!“ (ks)

Die Hamburger Polizei im Internet: www.hamburg.de/polizei
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 29.08.2015 | 10:21  
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