Sexueller Missbrauch: Arzt erhält Bewährungsstrafe

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Sexueller Übergriff im UKE: Ehemaliger Klinikarzt wird zu einem Jahr und drei Monate Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt Symbolfoto: thinkstock

„Das war keine ärztliche Kunst. Es ging um sexuelle Befriedigung“, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung

Eppendorf Das waren unangenehme Termine für Dr. T. (36), ehemaliger Assistenzarzt an der Universitätsklinik Eppendorf (UKE). Vor dem Hamburger Landgericht musste er sich wegen „sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses“ verantworten (das Wochenblatt berichtete). Jetzt bekam er sein Urteil: Ein Jahr und drei Monate Gefängnis. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die sexuellen Übergriffe geschahen am 8. und 9. Oktober 2013. Die Patientin (54) war als Notfall wegen starker Rücken- und Beckenschmerzen in die Unfallchirurgie eingeliefert worden. Der Arzt soll sich während der Visite weiße Schutzhandschuhe übergezogen und die Frau im Intimbereich untersucht haben.

Ärztekammer entscheidet über Zulassung

Zwei medizinische Gutachten, die von bedeutenden Ärzten über den Fall erstellt wurden, kamen zu dem Schluss, dass der Misshandlungs-Vorwurf der Patientin berechtigt war. Schließlich hatte der Angeklagte im Prozess auch sexuelle Motive bei der Untersuchung eingestanden. „Sie haben die Pflichten eines Arztes grob verletzt. Das war keine ärztliche Kunst. Es ging um sexuelle Befriedigung“, fand der vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung deutliche Worte. Die Patientin leidet seit der „Behandlung“ von Dr. T. unter Schlafstörungen. Das Vertrauen in Ärzte habe sie verloren, erklärte sie. Das Geständnis, eine persönliche Entschuldigung bei der geschädigten Patientin und eine bereits geleistete Zahlung von 10.000 Euro an die Patientin bewahrten den Arzt vor einer höheren Strafe. Ob er seine Zulassung als Arzt behalten darf, wird die Ärztekammer in einem gesonderten Verfahren entscheiden. (je)

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