Boxer-Hoffnung aus Eppendorf

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Der Deutsch-Ecuadorianer Jack Culcay, der in Eppendorf trainiert, zählt zu den ganz großen deutschen Boxer-Hoffnungen.Fotos: Hoyer

Jack Culcay: „Weltmeister ist das Ziel“

Eppendorf. Eine Villa in der Heilwigstraße. Ein hübscher Rotklinkerbau wie die Nachbargebäude. Nichts deutet darauf hin, dass im Keller Ungewöhnliches eingerichtet wurde: Ein professionelles Sportstudio mit Boxring, drei Krafträumen und einem Behandlungszimmer. Hier trainiert Boxmanager und -trainer Moritz Klatten seine Kämpfer. Einer seiner besten ist Jack Culcay, Amateur-Weltmeister 2009 im Weltergewicht und Interkontinentaler Meister der World Boxing Association (WBA) im Halbmittelgewicht 2012. Seit 2009 ist Culcay Profi-Boxer. Seitdem hat er von 14 Kämpfen keinen verloren. „Es ist schwer, mich zu treffen, ich boxe nicht immer gleich. Ich stelle mich auf den Gegner ein. Es nützt nichts, mich zu beobachten“, verrät Culcay seine Stärke. Der geschickte Boxer wurde in Ecuador als Sohn eines Ecuadorianers und einer Deutschen geboren. Seit seinem fünften Lebensjahr lebt Culcay in Deutschland. Er wuchs in Darmstadt auf und lebt seit 2009 in Hamburg, seitdem er einen Profivertrag beim Universum Boxstall unterschrieb. Bereits zu Amateurzeiten betreute Moritz Klatten den Deutsch-Ecuadorianer. Er ist sein bester Mann im Boxstall und will mit ihm noch hoch hinaus. „Weltmeister ist das Ziel“, sagt Culcay ganz klar. Dafür tut der Boxer alles, trainiert rund 4,5 Stunden am Tag. Erst eineinhalb Stunden Krafttraining, dann zwei Stunden Boxen. Zwischendurch Erholung in der eigenen Wohnung in St. Georg. So bereitet sich Culcay normalerweise acht Wochen lang auf seinen nächsten Kampf vor.
Fünf Kämpfe im Jahr
Doch jetzt ist er schon seit Anfang Januar im Training. Am 27. April boxt er in der Sporthalle Hamburg in Winterhude gegen seinen nächsten Gegner, der noch nicht fest steht. Es ist der zweite Kampf für den Sauerland Boxstall, zu dem Culcay nach dem Niedergang von Universum wechselte. Wie werden die Gegner ausgesucht, gegen die Culcay boxt? „Sie werden von Kampf zu Kampf besser. Es muss eine Steigerung geben“, sagt Culcay. Vier bis fünf Kämpfe bestreitet Culcay im Jahr. Mehr geht nicht. Nach jedem Kampf macht der Boxer drei Monate Pause, um sich zu regenerieren. Was macht der freundliche junge Mann, der so gar nichts Aggressives an sich hat, was man Boxern gern zuschreibt, in seiner eher geringen Freizeit? „Ich gehe mit meinem Hund spazieren oder auch ´mal ins Kino“, erzählt Culcay. Träumt der junge Boxer auch von einem Kampf vor riesiger Fußballstadionkulisse, wie einst Klitschko gegen Haye im Hamburger Stadion? „Das wäre natürlich großartig“, antwortet Culcay, „aber für die meisten Zuschauer ist es nicht so toll. Die sehen kaum etwas.“ Kleine Hallen sind da besser, wie die Sporthalle Hamburg am 27. April, wenn Jack Culcay zu seinem 15. Kampf antritt. (ch)
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