„Dunkelrudern“ bei Hanseaten

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Strahlende Gesichter auf der Jungfernfahrt der Yagul Foto: flü

Rudertraining von blinden, sehbehinderten und sehenden Sportlern

Winterhude „Anfangs war es etwas kippelig, aber mehr als nass werden kann man ja nicht!“ Der sehbehinderte Dirk Bause rudert seit April beim traditionsreichen Winterhuder Ruderverein ARV-Hanseat von 1925. Und seit dem 2. August sogar im eigenen Boot: Die Tesdorpf’sche Stiftung spendete dem Verein für das inklusive Rudertraining von blinden, sehbehinderten und sehenden Sportlern einen GIG-6er. Initiiert haben das „Dunkelrudern“ Jan Riepenhusen, Birgit Au und Christiane Havermann vom ARV. Jan Riepenhusen strahlt bei der Jungfernfahrt übers ganze Gesicht: „Es ist vorher niemand auf die Idee gekommen, Menschen mit Handicap und ohne gemeinsam rudern zu lassen.“ Dabei sei gerade dieser Sport bestens geeignet, da mit Ausnahme des Steuermannes keiner der Ruderer sieht, wohin die Tour geht. Auf der Jungfernfahrt der frisch getauften „Yagul“ sind drei sehbehinderte Ruderer an Bord. Die letzte Position des Bugmannes muss allerdings mit einem Sehenden besetzt sein, der sich vergewissern kann, ob dem Steuermann im toten Winkel nichts entgeht. „Nach einem wackeligen Start ging es ganz gut. Die Betreuung hier ist so super, dass einem die Angst genommen wurde“, erzählt Dirk Bause. Er und die weiteren Teilnehmer der ersten beiden inklusiven Ruderkurse wollen dabei bleiben. Die nächsten Kurse starten im April 2016. „Sehbehinderte lernen schneller als sehende Ruderanfänger, weil sie ein besseres Körpergefühl haben“, hat Christian Lubosvom ARV beobachtet. Eine besondere Ausstattung für Ruderer mit Handicap hat die 22.000 Euro teure Yagul aber nicht. (flü)
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