Integration durch Fußball

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Die Organisatoren des Arabic-Cups vor dem Infobanner des Turniers. Jedes Team gewann einen der goldenen Pokale Foto: Hoyer
 
Eine Spielszene aus dem Gruppenspiel Libyen gegen Algerien, das 1:1 endete

Deutsch-Algerisches Kulturzentrum organisiert den Arabic Cup. 300 Zuschauer begeistert

Rotherbaum An einem Sonntagvormittag auf dem Uni-Sportplatz an der Rothenbaumchaussee: Es wird Arabisch gesprochen. Etwa zehn jüngere Männer mit dunklem Teint packen Pokale aus, testen ein Mikrofon, markieren Spielfelder. Sie bereiten ein Fußball-Turnier vor. Den Arabic-Cup. Zehn Mannschaften wollen es gewinnen, darunter acht Teams mit Hamburgern aus arabisch sprechenden Ländern. Vertreter aus ganz Nordafrika sind am Start, von Marokko bis Ägypten. Dazu Teilnehmer aus Syrien, dem Libanon und Palästina. Auch eine deutsche Mannschaft kickt mit und ein gemischtes Team der Uni Hamburg. Veranstalter ist das Mustapha Zitouni Sportzentrum des Deutsch-Algerischen Kulturzentrums e.V.
Der Arabic Cup wird zum zweiten Mal ausgetragen. Zum ersten Mal in Kooperation mit dem Asien-Afrika-Institut der Universität. Deshalb jetzt auf dem Unisportplatz. Der erste Arabic-Cup fand in Bergedorf statt. Das Deutsch-Algerische Kulturzentrum hat das Turnier begründet. Die Algerier in Hamburg unterhalten einen Fußball-Spielbetrieb mit Ligamannschaften von der Jugend bis zu Alten Herren. Sie animierten andere arabische Hamburger über Bekanntschaften und neue Medien, am Arabic Cup teilzunehmen.

Nationalitäten aktivieren


„Wir versuchen andere Nationalitäten zu aktivieren und mit uns dieses Turnier zu gestalten“, erzählt Nassim Beyzaid, zuständig für Bildung, Jugend und Sport im Vorstand des Deutsch-Algerischen Kulturzentrums. Sportler aus allen Altersklassen und mit verschiedensten sportlichen Hintergründen wirken mit. Der algerische Trainer Ahmed Flaga hat mal die U10 beim FC St. Pauli betreut. Nassim Beyzaid war Handballbundesligaspieler und spielt jetzt noch in einer Senioren-Mannschaft.
Flüchtlinge finden beim Arabic-Cup Betätigung und Kommunikation. „Für Flüchtlinge, die nicht in die Moschee gehen, ist es die einzige Möglichkeit, andere Araber zu treffen“, berichtete Zackaria Diaz, der Vorsitzende des Deutsch-Algerischen Kulturzentrums. Die Teams Syrien, Libyen und Palästina bestanden nur aus Flüchtlingen. Die Bildung dieser Teams war nicht einfach, denn die Flüchtlinge aus diesen Ländern gehören verschiedenen, oft miteinander verfeindeten politischen oder religiösen Gruppen an. „Wir haben ihnen gesagt, sie müssen eine Mannschaft pro Land bilden. Sie mussten also in Dialog miteinander treten. Es hat funktioniert. Fußball verbindet“, freut sich Zackaria Diaz. „Es geht vor allem um Spaß“, erzählt Nassim Beyzaid. Den hatten die rund 120 Teilnehmer und etwa 300 Zuschauer des diesjährigen Arabic-Cups. Zwölf Minuten dauerte jedes Spiel auf dem Kleinfeld. Jedes Team bestand aus sieben Kickern. Die Ägypter schlugen im Endspiel Marokko mit 2:0. Algerien wurde Dritter durch ein 1:0 über Libanon. Und es wird weitergehen. Künftig wird der Arabic-Cup zweimal im Jahr ausgetragen, im Sommerhalbjahr im Freien und im Winter in der Halle. Wahrscheinlich mit mehr Mannschaften. Schon für das jetzt ausgetragene Turnier hatten sich mehr als zehn Teams angemeldet. Doch die Verantwortlichen fühlten sich mit einer noch größeren Teilnehmerzahl überfordert. Das soll sich ändern. (ch)
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