Rugby-Frauen erfolgreich

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Großer Einsatz der Rugby-Mädchen vom FC St. Pauli gegen den Veltener Rugbyclub Empor. Am Ende hieß es 49:0 für St. Pauli Fotos: Hoyer
 
Kampf- und Teamgeist sowie Fair Play - das macht Rugby auch für Mädchen und Frauen attraktiv

Zum 25. Jubiläum: St. Pauli-Frauen und Mädchen siegen haushoch

Hamburg. Der FC St.Pauli hat acht deutsche Meisterschaften errungen - alle Titel im Rugby der Frauen. Diese St.Pauli-Damen sind die erfolgreichste Truppe des vor allem für Fußball bekannten Clubs, und die erfolgreichsten Rugby-Spielerinnen Hamburgs. Sie spielen und trainieren nicht auf dem Kiez, sondern im Stadtpark, auf dem Rugby-Gelände an der Saarlandstraße. Dort feierten sie am Wochenende das 25. Jubiläum, in dessen Rahmen das erste Frauenteam ihr erstes Bundeligaspiel in dieser Saison gegen München RFC deutlich mit 97:5 gewann. Vorher spielten die Mädchen, siegten gegen den Veltener Rugbyclub Empor glatt mit 49:0.

„Ich kann mich nicht verletzen, wenn die Gegnerinnen richtig tacklen.“ Liza

Was reizt zwölf- bis 18-jährige Mädchen an dieser Sportart, die als hart und männlich gilt? „Das Team“, antworten Liza, Gertrude und Joline, drei der St.Pauli-Rugby-Mädchen, wie aus einem Mund. Die Körperkontakte machen ihnen nichts aus. Schließlich gibt es für die Tackles (das Tiefhalten) genaue Regeln, die gewöhnlich eingehalten werden. „Ich kann mich nicht verletzen, wenn die Gegnerinnen richtig tacklen“, erzählt Liza. „Einige schummeln schon“, berichtet Gertrude, aber gefährlich sei auch das nicht. Besonders kräftig oder groß müssen die Spielerinnen auch nicht sein. Joline, gerade 13, kommt mit den älteren und größeren bestens zurecht. „Man kann ein Zwerg sein und trotzdem voll gut“, sagt die 17-jährige Liza, die auch schon bei den Frauen spielt. 32 Mädchen kämpfen beim FC St. Pauli um das ovale Leder. 45 Frauen spielen in zwei Mannschaften, in der ersten Bundes- und in der Regionalliga.

Erfolgsgeschichte

Bis in die 1980er Jahre hatten die Frauen noch einen schweren Stand im männerdominierten Rugby des FC St. Pauli. 1988 änderte sich das dank St. Paulis Rugby-Urgestein Jens Michau. Der ehemalige Spieler war viele Jahre Abteilungsleiter Rugby bei den Braun-Weißen, und trainiert heute die Frauen und die Mädchen. Für Michau war Ende der 1980er Jahre klar: Frauen- und Mädchenteams müssen aufgebaut werden. Andere Rugbyvereine trugen sich bereits mit diesem Gedanken. Außerdem spielten beim FC St. Pauli schon viele Mädchen in gemischten Rugby-Mannschaften. So ging 1989 das erste Damen-Rugby-Team an den Start. Daraus entwickelte sich nach mühevollem Beginn eine einzigartige Erfolgsgeschichte. 1995 gewannen die St. Pauli-Rugby-Damen die erste Deutsche Meisterschaft. Es folgten bis 2008 acht weitere deutsche Titel. „Wir haben Frauen-Rugby von vornherein sehr ernst genommen. Die Abteilung war der der Männer immer vollkommen gleichberechtigt. Die Frauen wurden gut betreut. Sie erhielten dieselbe Finanzierung und dieselben Trainingsmöglichkeiten wie die Männer“, berichtete Jens Michau beim Jubiäumsfest.

10 Nationalspielerinnen

In den letzten Jahren konnten die Rugbyspielerinnen des FC St. Pauli zwar keinen Meistertitel mehr holen, aber sie mischen in der Spitzengruppe der ersten Bundesliga mit - in diesem Jahr wurden sie Dritte - und verfügen über zehn Nationalspielerinnen. Jens Michau sieht in der Erfolgsgeschichte der Rugby-Damen sogar mehr als nur einen sportlichen Erfolg: „Rugby ist eine gute Möglichkeit für Frauen, sich zu behaupten, sich zu emanzipieren.“
Frauen und Mädchen, die sich für den Rugbysport interessieren, melden sich entweder bei Jens Michau unter Tel.: 0171/523 62 77 oder gehen direkt zum Training am Freitag zur Saarlandstraße 71 (17.30 Uhr Mädchen, 19 Uhr Frauen). Die Frauen trainieren auch mittwochs um 19 Uhr auf dem Platz Barmwisch 22 in Wandsbek. (ch)
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