Stätte für inklusiven Sport

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Freuen sich über den Preis: Tom Reinecke, Dieter Harz, Stefan Schlegel, Timo Hampel, Nicolas Milatz vom SVE sowie Laudator Dr. Jens Baas (v. l.) Foto: Alexander Otto Sportstiftung/wb
 
Christina Göpfert ist Feuer und Flamme für die Paralympics und für Sportpaten Foto: Flüß

Barakiel-Halle: Seit einem Jahr schon paralympischer Stützpunkt

Alsterdorf Am 27. März feiert die erste vollständig barrierefreie Sporthalle auf dem Gelände der Evangelischen Stiftung Alsterdorf ihren ersten Geburtstag. Sollte Hamburg bei der Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 die Nase vor Berlin haben, könnten ihr weitere Sportstätten folgen. Die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOB) fällt am 21. März,
eine wichtige Rolle spielt dabei die Zustimmung der Hanseaten für die Bewerbung.

Sportler mit Handicap


Die Barakiel-Halle wird schon jetzt als Paralympischer Trainingsstützpunkt des Rollstuhlbasketball Nord genutzt und gilt als Vorbild für den Bau von barrierefreien Sporthallen in Deutschland. In der rund fünf Millionen Euren teuren, hochmodernen Dreifeldhalle können sowohl Menschen mit Hörbeeinträchtigung, Sehbehinderung, Mobilitätseinschränkungen und geistiger Beeinträchtigung gemeinsam Sport treiben. Dafür sorgen Schallreduzierungen in der Halle, Handläufe, taktile Bodenfliesen sowie eine einfache Beschilderung. Im Eingangsbereich befindet sich zudem ein taktiles Modell des Grundrisses der Halle als Orientierung für Menschen mit einer Sehbehinderung und die Flure sind für die Rollstuhlfahrer breiter.
„Die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist Feuer und Flamme für die Bewerbung der Olympischen Spiele!“, sagt Birgit Schulz aus dem Vorstand der Ev. Stiftung Alsterdorf. „Die Sportstadt Hamburg mit vielen begeisterungsfähigen Menschen ist der ideale Ort für Olympische Spiele, die den Olympischen Geist ebenso transportieren wie die Idee der Inklusion.
Sportler vieler Nationen, ob mit oder ohne Handicap gestalten das große Sportereignis gemeinsam. Eine große Chance auch für einen weiteren Schritt, nämlich die Olympischen Spiele und die ebenfalls stattfindenden Paralympics näher zusammenzubringen und damit einen weiteren wichtigen Beitrag für den barrierefreien Sport der Zukunft zu leisten.“ Für Rollstuhlbasketballer Volker Kuhlmann vom SC Alstertal-Langenhorn ist Hamburg mit der Barakiel-Halle bereits bestens gerüstet: „Massenhaft höhenverstellbare Körbe – das sind ideale Bedingungen für Inklusionsbasketball.“

Sportpaten gesucht


Unter den weiteren Nutzern im Bereich Behindertensport und Inklusion sind die Vereine SV Eidelstedt, FC St. Pauli, Grün Weiß Eimsbüttel, SC Sperber, die inklusive Fußballgruppe „Grashopper“ des BHH Sozialkontors, die Fußballer von Hinz und Kuntz sowie Movimental. Es könnten jedoch noch viele mehr sein. Die Miete von 50 Euro pro Stunde ist für rund 15 weitere interessierte Vereine aber nicht finanzierbar. Von der Stadt unterstützt werden paralympische Trainingsstützpunkte, der SV Eidelstedt und wohnortnahe Vereine wie der SC Alstertal. „In der Woche haben wir noch einige freie Stunden im Abendbereich und auch am Wochenende und in den Ferien“, so Christina Göpfert, die für die Vermarktung der Sporthalle zuständig ist. Das wäre zum Beispiel attraktiv für die Blindenfußballer vom FC St. Pauli, die gern ein Turnier veranstalten würden, die Hallenmiete aber nicht bezahlen können. Ebenso wie eine Rollstuhl-Rugby-Mannschaft. „Um weiteren Vereinen die Nutzung der Halle zu ermöglichen, suchen wir Sportpaten. Diese übernehmen die Hallenmiete und ermöglichen somit gemeinsamen Sport für Menschen mit und ohne Handicap“, so Christina Göpfert.

Wer eine Sportpatenschaft übernehmen möchte, erhält weitere Infos unter der Telefonnummer 50 77 39 77. Für Christina Göpfert wären die Paralympics in Hamburg ein weiterer, wichtiger Schritt, um die Barrierefreiheit in der Stadt zu verbessern: „Es ist wichtig, dass weitere Sportstätten barrierefrei werden. Wir haben bisher die einzige Halle, in der Rollstuhlfahrer auch duschen können.“ (flü)

Werner-Otto-Preis für Inklusionssport:
Seit April 2014 bietet der SV Eidelstedt in Kooperation mit der Bugenhagen-
schule sechs inklusive Sportgruppen an, darunter Fußball, Floorball und Psychomotorik. So wird an drei Nachmittagen in der Woche ein Sportangebot
für alle Schüler der ersten bis achten Klasse geschaffen. Für seinen vorbildlichen gesellschaftlichen Einsatz und die Pionierarbeit im Inklusionssport wurde der Verein am jetzt im Hamburger Rathaus mit dem in Höhe von 5000 Euro dotierten Werner-Otto-Preis ausgezeichnet. Die mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Auszeichnung der Alexander Otto Sportstiftung wird jedes Jahr für Projekte im Behindertensport ausgelobt, die zur Inklusion und Förderung behinderter Men-
schen im Sport beitragen.„Mittlerweile ist die Abteilung auf fast 400 Mitglieder angewachsen und stellt damit deutschlandweit den größten Anbieter für inklusive Sport-angeboten dar“, freut sich der Erste Vorsitzende des SV Eidelstedt, Dieter Harz. (flü)
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