Energiekooperation mit der Freien und Hansestadt Hamburg: E.ON Hanse startet Pilotprojekt zur Einspeisung von Sonnenenergie ins Wärmenetz

Anzeige
Udo Bottländer; Vorstandsmitglied der E.ON Hanse AG; Thomas Ritzenhoff, Bezirksamtsleiter Wandsbek; Jörg Lampe, Geschäftsführer der E.ON Hanse Wärme GmbH (v.l.n.r.)
Die E.ON Hanse-Gruppe setzt zukünftig verstärkt auf Sonnenenergie, um in Hamburg Wärme zu erzeugen. In Farmsen-Berne startet die E.ON Hanse Wärme GmbH, eine Tochtergesellschaft der E.ON Hanse AG, ein Pilotprojekt zur Einspeisung solarer Wärme in das Wärmenetz. Dieses Projekt ist ein Teil der energiewirtschaftlichen Kooperationen, die die Freie und Hansestadt Hamburg und die E.ON Hanse AG Ende 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Eine Solarthermieanlage auf dem Dach des Heizwerks Busbrookhöhe sammelt zukünftig die Wärme der Sonnenstrahlen. Über Wärmetauscher und Pumpen leitet das Unternehmen die Energie direkt in ihr Wärmenetz. „Im Rahmen des Projektes testen wir technische Möglichkeiten der Wärmeeinspeisung“, sagt Udo Bottländer, Vorstandsmitglied der E.ON Hanse AG. „Die Erkenntnisse, die wir hier gewinnen, bilden die Grundlagen für unser zukünftiges Angebot an Hamburger Solaranlagenbetreiber zur dezentralen Wärmeerzeugung.“

Im kürzlich vorgestellten „Energiekonzept für Hamburg“, das unter anderem eine Beteiligung der Stadt an den Energienetzen vorsieht, hat die E.ON Hanse AG unter anderem zugesagt, regenerativ erzeugte Wärme in seine Nahwärmenetze aufzunehmen und dort zu speichern. Ab 2012 sollen sechs Millionen Euro in entsprechende Wärmeprojekte investiert werden. Mit dem jetzt gestarteten Test im Heizwerk Busbrookhöhe schafft das Unternehmen die Voraussetzung, um zügig eines der für Energiewende und Klimaschutz relevanten Projekte voranzutreiben.

Da an sehr warmen und sonnigen Tagen meist wenig Heizenergie benötigt wird, aber Sonnenkollektoren genau dann Wärme liefern, spielen Speicher im Konzept von E.ON Hanse eine wichtige Rolle. „Unsere Speicherkapazitäten bieten uns die Möglichkeit, unser Wärmenetz für Kunden zu öffnen, die regenerative Energie wie zum Beispiel Solarwärme so lange in unserem Netz zwischenspeichern möchten, bis sie zum Beheizen des eigenen Hauses wieder benötigt wird“, erläutert Jörg Lampe, Geschäftsführer der E.ON Hanse Wärme GmbH. Der Nutzer kann so auf einen eigenen Speicher verzichten, da das Wärmenetz diese Funktion übernimmt. Die gespeicherte Wärme verbessert die jährliche Energiebilanz seines Gebäudes deutlich.

Die Solarkollektorfläche auf dem Heizwerk von E.ON Hanse dient zur Generalprobe des innovativen Konzepts. 100 Quadratmeter wurden auf Dach und Fassade des Heizwerkes installiert. „Bei dieser Kollektorgröße stehen die Kosten für die Anschlussrohre und die Wärmeübertragerstation in einem vernünftigen Verhältnis“, erklärt Britta Rudolf, Projektmanagerin bei E.ON Hanse Wärme. Bei kleineren Flächen hingegen lohne sich der technische Aufwand des Netzanschlusses oftmals nicht. Die Berechnungen ergaben, dass bei der Installation von etwa 100 Quadratmetern Kollektorfläche eine maximale thermische Leistung von rund 70 kW erreicht werden kann. Im Jahr können so rund 25.000 Kilowattstunden Wärme erzeugt und etwa sechs Tonnen CO2 eingespart werden. „Nun testen wir, wie wir die Wärme optimal ins Netz einspeisen können“, erklärt die Ingenieurin. Mit ihrem Team will sie beispielsweise herausfinden, ob die Sonnenwärme besser im Vorlauf, also der Wärmezuleitung zu den Verbrauchern, eingespeist werden sollte oder im Rücklauf. Dort fließt das Wasser, das einen Teil seiner Energie an die beheizten Gebäude bereits abgegeben hat, zurück zum Heizwerk. „Das ist eine Frage der Temperatur“, sagt Britta Rudolf. „Unsere Netze werden in Abhängigkeit der Außentemperatur betrieben. Im Winter beträgt die Vorlauftemperatur bis zu 90 Grad Celsius, und das Fernwärmewasser wird bei den Endkunden bis auf circa 50 Grad Rücklauftemperatur abgekühlt. Bei der Einspeisung der Sonnenwärme müssen wir die jeweilige Wassertemperatur im Netz berücksichtigen.“ Ob im kühlen und oft schattigen Norden 90 Grad im Dauerbetrieb zu schaffen sind, wird der Praxistest zeigen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige