„Farmsener Tisch“ droht das Aus!

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Da war die Welt noch in Ordnung: FaTi-Helfer auf dem Gelände der Jugendfreizeitlounge Foto: tel
Hamburg: Berner Heerweg 187 |

Neuer Träger des Gebäudes will Helfer-Standort am Berner Heerweg in zur Soccerhalle umbauen. 400 Bedürftige in Not

Von Michael Hertel
Farmsen
Die karitative Arbeit des Farmsener Tisches („FaTi“) ist gefährdet. So jedenfalls sehen es Brigitte Friedrich und Hans-Otto Schurwanz vom Bürgerverein, der zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde Farmsen-Berne die wöchentliche Essensausgabe in der Jugendfreizeitlounge am Berner Heerweg 187 betreibt. Grund: Nach einem Trägerwechsel gibt es neue Pläne für die Räumlichkeiten. Schurwanz und Friedrich wollten es jetzt genau wissen und befragten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses. Auf die anschließende Frage des Wochenblatts, ob die Antworten der Kommunalpolitiker ihre Bedenken zerstreuen konnten, antwortete Brigitte Friedrich: „Ganz im Gegenteil!“

400 Bedürftige im Stadtteil


Die Lage: Der Farmsener Tisch versorgt seit rund vier Jahren jeden Mittwoch bis zu 400 Bedürftige im Stadtteil mit Lebensmitteln überwiegend aus Spenden von Einzelhändlern (Supermärkten). Aus kleinsten Anfängen wurde die Ausgabe nach und nach professionalisiert. Rund 40 ehrenamtliche Helfer manchen mit. An der Ausgabestelle in der Jugendfreizeitlounge wurden teure Lager- und Kühlcontainer aufgestellt, für den Warennachschub steht ein leistungsfähiger Transporter zur Verfügung – alles finanziert durch Spenden und Sondermittel des Bezirksamtes. Brigitte Friedrich (76) als gute Seele der Einrichtung erhielt im Mai für ihr soziales Engagement sogar das Bundesverdienstkreuz. Jetzt sieht sie ihr Lebenswerk in Gefahr. Allein wegen komplizierter tarifpolitischer Unstimmigkeiten musste der bisherige Träger, die Pestalozzi-Stiftung, die Lounge aufgeben. Sie wurde nun dem Verein „Voll in Bewegung e.V.“ zugesprochen, der den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses ein Konzept vorgelegt hat.

Soccerhalle geplant


Nach Informationen des Wochenblatts ist am Berner Heerweg nun eine Soccerhalle geplant. Nach den Vorstellungen des Trägers soll die Lounge dazu mit Kunstrasen ausgelegt werden und dürfte nur noch mit Sportschuhen betreten werden. Im Ausschuss sprachen sich SPD und CDU für den FaTi aus und versicherten Brigitte Friedrich, dass man sie nicht im Stich lassen werde. Der neue Träger, so hieß es, müsse sein Konzept überarbeiten. Das aber beruhigte die FaTi-Repräsentanten keineswegs. Friedrich forderte vom Ausschuss „Klarheit bis Weihnachten“. Auch nicht gerade vertrauenserweckend: Der zuständige Vertreter des neuen Trägervereins war bei der Sitzung anwesend, gab sich jedoch nicht zu erkennen und äußerte sich nicht zum Thema. Für das Wochenblatt war er bis heute nicht erreichbar.
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