U-Bahnstation „Eilbek“ statt „Ritterstraße“

Anzeige
Neuer Name gewünscht: Am U-Bahnhof „Trabrennbahn“ traben höchstens noch die Fahrgäste Foto: tel
 
Neuer Name gewünscht: Der U-Bahnhof „Ritterstraße“ soll künftig „Eilbek“ heißen Foto: tel
Hamburg: U-Bahn Trabrennbahn |

Bezirksversammlung Wandsbek für Umbenennung der U-Bahnhöfe „Ritterstraße“, „Trabrennbahn“ und „Wandsbek-Gartenstadt“

Von Michael Hertel
Farmsen/Eilbek
Die U1-Bahnhöfe „Trabrennbahn“ und „Ritterstraße“ sollen umbenannt werden. Dafür soll sich die Senatsverkehrsbehörde (BWVI) gegenüber der Hamburger Hochbahn einsetzen, lautet ein einstimmiger Beschluss bei der letzten Sitzung der Wandsbeker Bezirksversammlung vor der Sommerpause.

Höhere Identifikation mit Stadtteil

Der Antrag war von SPD, CDU und Grünen eingebracht worden. Danach soll die „Ritterstraße“ künftig nach dem Stadtteil „Eilbek“ benannt werden, in dessen Herzen die Station liegt (das Wochenblatt berichtete). Dies trage zu einer höherer Identifikation mit dem Stadtteil und zu einer besseren Auffindbarkeit bei, meinten die Bezirksabgeordneten. Grünen-Fraktionschef Dennis Paustian-Döscher zum Wochenblatt: „Der Wunsch kommt aus der Stadtteilkonferenz.“ 

Hinweis auf Bundeswehrkrankenhaus

Bei der Station „Trabrennbahn“ ist das Motiv klar, denn die beschriebene Rennbahn existiert dort seit bald 40 Jahren nicht mehr. Für Ortsfremde bestehe eine Verwechslungsgefahr mit der Trabrennbahn in Bahrenfeld, einem viel genutzten Ort für Konzerte und Events. Hier fordern die Wandsbeker Bezirkspolitiker eine „Präzisierung“ des Stationsnamens. Schließlich der U-Bahnhof „Wandsbek-Gartenstadt“: Er soll den Zusatz „Bundeswehrkrankenhaus“ sozusagen als Untertitel erhalten. „Auf dem Bahnhof fehlt bisher der kleinste Hinweis zu dieser wichtigen Einrichtung“, so Paustian-Döscher. 

Gute Chancen auf Umbenennung

Die Chancen zur Realisierung der bezirklichen Umbenennungswünsche bezeichnete er als „gut“. Bei der Senatsbehörde wurde inzwischen der Eingang der Beschlussempfehlung bestätigt. Die Behörde werde unter Beteiligung von Hochbahn und Hamburger Verkehrsverbund (HVV) innerhalb von sechs Wochen mitteilen, „ob und in welcher Form die Empfehlung Berücksichtigung findet“. 

Kommentar: Zeit für neue Namen

„Wo laufen sie denn?“ – auf diese Frage aus dem Rennbahn-Sketch des Komikers Wilhelm Bendow kann man nur antworten: In Bahrenfeld (wenn überhaupt), jedenfalls nicht in der Nähe des U-Bahnhofes „Trabrennbahn“ der Linie U1. Auf der Trabrennbahn in Farmsen fand das letzte Rennen im Jahre 1976 statt. In den 1990er-Jahren wurde das 24 Hektar große Gelände mit Wohnungen bebaut. Es wird höchste Zeit, dieser Realität auch im Stationsnamen Rechnung zu tragen. Um gleich noch die Nostalgiker zufriedenzustellen, am besten mit der Minimal-Umbenennung in „Alte Trabrennbahn“. Dann kann man gleich noch dem verständlichen Wunsch der Eilbeker nach dem identitätsstiftenden Stationsnamen „Eilbek“ (anstelle „Ritterstraße“) nachgeben und dem Bundeswehr-Krankenhaus in Wandsbek-Gartenstadt gebührende Aufmerksamkeit zukommen lassen. Die Gelegenheit ist günstig, muss doch die Hochbahn ihre Netzpläne mit Eröffnung der neuen Stationen „Elbbrücken“ und „Oldenfelde“ sowieso überarbeiten. Wandsbeks Bezirkspolitiker fordern in seltener Einigkeit nichts Unmögliches. (Von Michael Hertel)

Lesen Sie auch: Dulsberg statt Straßburger Straße?

Lesen Sie auch: Eilbek statt Ritterstraße?
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige