Vision: So isst man morgen

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Machten erfolgreich einen Selbstversuch: Während Marta Cynke (l.) vegan, und Carolin Schwarz (r.) vegetarisch lebten, verzichtete Katja Jensen sechs Monate lang auf Zucker Foto: nik
 
Mit ihrer Arbeit heimsten sie viel positive Anerkennung und Beachtung ein Foto: nik
Hamburg: Barenkrug 16 |

Schülerinnen aus Tonndorf beteiligen sich mit Ernährungskonzept bei Jugend forscht

Von Nicole Kuchenbecker
Tonndorf/Eppendorf
Die drei Schülerinnen des Gyula Trebitsch Schule in Tonndorf zeigen sich gelassen. Dabei haben Marta Cynke (19), Caroline Schwarz (19) und Katja Jensen (19) allen Grund aufgeregt zu sein. Sie gehören mit ihrem Projekt „Die Ernährung von morgen“ zu den erfolgreichen Teilnehmern des Wettbewerbes „Jugend forscht“. Einem Projekt, das zwar keinen Preis gewann, aber dafür für viel Aufsehen sorgt. Es war ein Selbstversuch, den die Schülerinnen jede für sich über Monate machten. Katja Jensen verzichtete dabei sechs Monate auf Zucker. Ihre Mitforscherinnen auf fleischliche Produkte. Aufwendig und schwierig beschreibt dabei Marta Cynke ihren Versuch, eine zeitlang komplett auf fleischliche Produkte zu verzichten und vegan zu leben. „Ich habe vegetarisch mit dem Projekt angefangen und bin dann vegan geworden“, erzählt Marta. Oft sei sie hungrig gewesen, habe schlechte Laune gehabt. Aber es sei eine „coole“ Erfahrung gewesen, bei der sie viele neue Produkte für sich entdeckt habe und der vegane Joghurt sei einfach nur klasse. Dass Zucker eine Droge ist, kann auch Jensen nach ihrem Selbstversuch bestätigen. Die Schülerin erfuhr wie es ist, ohne Zuckerschicht auf der Zunge, Lebensmittel und Gewürze wieder neu zu entdecken. Und auch Caroline Schwarz hat so einiges aus dem Ernährungsprojekt mitgenommen: Die ersten vier Monate waren für die Schülerin als Vegetarierin gesundheitlich unproblematisch. Doch dann fiel der Eisenspiegel in ihrem Blut, was bis an die äußerte Grenze ging. „Sonst war ich ganz glücklich mit meiner neuen Ernährungsweise“, beschreibt die 19-Jährige ihr wissenschaftliches Projekt.

Ärztlich betreut

Im Rahmen ihrer Untersuchungen wurden die Schülerinnen ärztlich betreut, so dass eine Gefährdung der Gesundheit ausgeschlossen wurde. Bei allen drei Frauen haben sich die Blutwerte positiv verbessert. Ein Kurz-Fazit: Die Ernährungsweise wirkt sich auf den Körper aus. „Das ist ein ungewöhnliches Projekt, was sich die Schülerinnen da gewählt haben“, gibt Günter Erbe, Betreuungslehrer für das Jugend forscht-Projekt, zu. Er selbst habe über 20 Jahre Erfahrung und noch nie hat ein Schüler so ein Projekt für Jugend forscht bearbeitet. Und obwohl die Schülerinnen bei der Jury des Jugend forscht-Wettbewerbes nicht punkten konnten, ist Erbe begeistert. Auf die Abi-Note wirkt sich das Projekt schon einmal positiv aus. Das steht für ihn fest. „Und es hat sehr viel Beachtung beim Publikum erhalten“, so der Lehrer weiter, „es ist eben nur kein typisches Jugend-forscht-Projekt.“

Erfolg für Lehrer und Schüler

Erfolgreich war Erbe mit seinen 31 Schülern aber auch in diesem Jahr. Gemeinsam heimsten sie einen ersten und dritten Platz im Bereich Chemie, einen zweiten Platz in Physik sowie ein dritten Platz in Biologie ein. Und viel Anerkennung. „Alle Jungforscherinnen und Jungforscher haben mehr als erfolgreich teilgenommen, dies zeigte sich auch bei der sehr gut besuchten Feierstunde zu der auch Katharina Fegebank, zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hamburg kam und neben Grußworten und Preisvergaben auch die Ehrungen der Forscher mitverfolgte“, freute sich Birigit Vogt, Referentin für Pflegeentwicklung und –wissenschaft am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Das UKE wird auch im kommenden Jahr Wettbewerbsrunden für Jugend forscht ausrichten.

Betreuungslehrer Günter Erbe

Steckbrief:
Name: Günter Erbe
Alter: 63 Jahre
Beruf: Lehrer für Chemie und Physik
Berufserfahrung: seit 37 Jahren Lehrer
Schule: seit elf Jahren an der Gyula Trebitsch Schule Tonndorf
Aufgabe: Betreuungslehrer für Jugend forscht-Projekte
2017: 31 Schüler nehmen an dem Wettbewerb in elf Gruppen erfolgreich teil
Preise 2017: 1. und 3. Platz im Bereich Chemie, 2. Platz in Physik sowie ein 3. Platz in Biologie
Sein Motto: Eine Platzierung ist gut, doch auf die Teilnahme kommt es an. Denn die Unternehmen erfahren dadurch einiges über das Leistungspotential und die Motivation der Schüler. Und das kann Türen fürs Berufsleben öffnen.
Persönliche Ehrung: Für sein Engagement über 20 Jahre lang als Betreuungsleher für Jugend forscht-Projekte wurde er 2017 von der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank im Rahmen der Feierstunde ausgezeichnet. (nik)
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