Liebe bis zum Tod

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Peter Bause und Helena Büttner spielen das Ehepaar Quangel, das seinen Sohn an der Kriegsfront verloren hat Foto: Sabine Layh

Falladas „Jeder stirbt für sich allein“

Norderstedt „Der Führer hat mir meinen Sohn ermordet!” Mit diesem und ähnlichen Texten auf Postkarten, die sie heimlich in Treppenhäusern, Briefkästen und in Hinterhöfen deponieren, rufen die Berliner Eheleute Quangel im Zweiten Weltkrieg zum Widerstand auf.
Durch den Tod ihres einzigen Sohnes an der Front haben sie ihren Lebenssinn verloren und ihn durch die heimlich ausgelegten Botschaften, die dem NS-Regime den Krieg erklären, neu gefunden. So ist Falladas Hinterhofpanorama „Jeder stirbt für sich allein“, das auf dem realen Fall und den Gestapo-Ermittlungsakten des 1942 durch Denunziation verhafteten und zum Tode verurteilten Ehepaares Hampel basiert, auch ein großer Liebesroman. Dem erfahrenen Theatermann Volkmar Kamm gelingt es in seiner Dramatisierung in beklemmender Eindringlichkeit, die emotional sehr anrührende Atmosphäre einzufangen und in Momentaufnahmen die Schicksale der Denunzianten, Opfer, Mitläufer, Spitzel und überzeugten Nazis zu bündeln.
Drei Monate vor der Veröffentlichung des Weltbestsellers starb Autor Hans Fallada Ende 1946 nach langer Krankheit. In der Nervenklinik der Berliner Charité schrieb er die 850 Seiten in nur dreieinhalb Wochen. Eintritt: 16-26 Euro. (wb)

Dienstag, 3. März, 20 Uhr, Kulturwerk am See, Am Kulturwerk 1
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