Mit Witz, Charme und Melone

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Mit schelmischen Blick, Charme und Witz: Wilfried Trompke freut sich auf seine Auftritte auf der Lesebühne im ella-Kulturhaus.Foto: sl

Wilfried Trompke liest Kurzgeschichten und Gedichte

Von Sylvana Lublow
Fuhlsbüttel. Schauspieler werden, das war Wilfried Trompkes heimlicher Wunsch. Als Schüler liebte er es, Gedichte auswendig zu lernen und sie vor der Klasse zu rezitieren.
„Aber aus dem Wunsch wurde nichts. Als ältester Sohn stand für mich fest, dass ich in der Firma meines Vaters arbeiten werde“, erzählt der heute 76-Jährige. Der Fuhlsbüttler machte eine Schriftsetzer-Lehre und stieg in die Druckerei seines Vaters ein, die er später übernahm. „Die Gedanken an eine Schauspielschule waren dann irgendwann weit weg und verschüttet.“
Bis zum Beginn der Rente. Plötzlich hatte Wilfried Trompke wieder Zeit – und seine verschüttete Leidenschaft kehrte zurück an die Oberfläche. Vor zehn Jahren entdeckten seine Frau Christa und er, dass das „LAB“ (Lange Aktiv Bleiben e.V.) Teilnehmer für eine Laiendarsteller-Gruppe suchte. Beide meldeten sich an. Wenig später übernahm er mit einer anderen Teilnehmerin gemeinsam die Leitung der Gruppe, die sich „Fuhlsbütteler Spätlese“ nannte. „Wir haben uns aus Gestänge und mehreren Duschvorhängen eine Wanderbühne gebaut, die wir zu all unseren Gastauftritten mitnahmen“, erzählt Trompke. Die Gruppe führte Stücke und Sketche auf, vor allem für Senioren. Ein Mal in der Woche wurde geprobt. Wilfried Trompke war in seinem Element. „Wir hatten viel Spaß“, schwärmt er.
Im Januar 2011 stürzte der Rentner so unglücklich, dass er an beiden Knien operiert werden musste. „Dadurch fiel ich lange aus.“ Aber auch die Teilnehmerzahl der „Spätlese“ minimierte sich, aus Alters- und Krankheitsgründen. Vier Darsteller blieben am Ende dabei. Im Frühjahr dieses Jahres fiel die Truppe dann dem Raummanagement des LAB zum Opfer und löste sich auf. „Danach habe ich erst einmal tief Luft geholt“, sagt Trompke. Um nicht ganz aus der Übung zu kommen, versuchte er sich zwischenzeitlich als Vorleser in Schulen. Doch das gefiel ihm nicht so richtig. „Es war schwer mit den Jugendlichen“, gibt er zu. Ihm fehlte das richtige Publikum. Dann bekam er das Angebot vom „ella-Kulturhaus“ in Langenhorn, für die Serie „Bücherkoffer-Lesebühne“ ein Programm zu veranstalten. Sieben Termine stehen bisher fest. Premiere ist am 4. Oktober. „Mit viel Charme und Melone“, wird der Nachmittag von „ella“ angekündigt. „Ich freue mich darauf, habe aber auch Lampenfieber“, gesteht der 76-Jährige, der hofft, dass sein Programm gut ankommt. „Ich werde Kurzgeschichten, Gedichte und humoristische Anekdoten vorlesen. Es soll auf jeden Fall heiter sein“, beschreibt er. Begleitet wird Trompke von einem Mundharmonika-Spieler. „Es wird zwischendurch auch szenische Darstellungen und Sketche geben. Ich werde dafür den ein oder anderen Kollegen aus der Spätlese einladen“, verrät er. Jeder Nachmittag stehe unter einem bestimmten Thema, wie zum Beispiel „Alles nur Satire“ oder „Krimilesung“. „Das sind bisher meine Ideen. Ich will erst mal abwarten, wie die Veranstaltung angenommen wird“, so Trompke. Bis zu seinem ersten Auftritt im „ella“ bereitet sich der Rentner vor mit lesen, lesen, lesen.
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