20. Fuhlsbütteler Filmtage

Anzeige
Der Liedermacher Franz Josef Degenhardt. Foto: Biehl

Hommage an den Liedermacher Franz Josef Degenhardt

Ohlsdorf/Fuhlsbüttel. Vor gut einem Jahr starb mit Franz Josef Degenhardt einer der profiliertesten deutschen Liedermacher kurz vor seinem 80. Geburtstag. Ein guter Zeitpunkt für eine Hommage an den gebürtigen Westfalen, der in den vergangenen Jahrzehnten in Quickborn lebte. Die Willi-Bredel-Gesellschaft widmet ihre 20. Fuhlsbütteler Filmtage dem Sänger, der in den 60er-Jahren als Stimme der so genannten politischen Linken zu Ehren gelangte und im Laufe seines Lebens rund 30 Alben und sieben Romane, veröffentlichte.
Am Donnerstag, 6. Dezember, wird die WDR-Verfilmung des Degenhardt-Romanes „Zündschnüre“ gezeigt. Das Drehbuch schrieb Burkhard Driest. Am Freitag, 7. Dezember, wird der von der DEFA hergestellte Film „Brandstellen“ aufgeführt. Im Anschluss singt Benno Finkelmeyer Lieder von Franz Josef Degenhardt. Die beiden Veranstaltungen finden jeweils um 19 Uhr im „Grünen Saal“ der Bredelgesellschaft, Im Grünen Grunde 1, am Bahnhof Ohlsdorf statt.
Die Karriere des promovierten Juristen Degenhardt hatte in der 60er-Jahren bei den legendären Liedermacher-Festivals auf der Burg Waldeck begonnen. Mit seinen zeit- und sozialkritischen Liedern prägte Degenhardt die Protestkultur der 68er. Wenn Degenhardt zur Gitarre griff und seine Lieder mit knorriger Stimme vortrug, dann nahm er bürgerliche Sattheit und Selbstgefälligkeit aufs Korn, goss er beißenden Spott und aggressive Abrechnung mit alten Nazis, konservativer Politik und gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten in fulminante Lyrik. Seine größten Erfolge wie „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ oder „Befragung eines Kriegsdienstverweigerers“ liefen anfangs sogar noch im Radio. Dort wurde Degenhardt allerdings boykottiert, nachdem er wegen seines Engagements für die DKP aus der SPD ausgeschlossen wurde, als Anwalt Baader-Meinhof-Terroristen verteidigte und sich immer stärker dem Kommunismus zuwandte. Degenhardt war von 1983 bis 1989 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste der DDR. Umso erstaunlicher, dass ihm der eher bäuerlich-konservative Kreis Pinneberg im Jahr 2001 den Kreiskulturpreis verlieh. Degenhardt starb am 14. November 2011. (bcb)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige