480 neue Wohnungen

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So sollen die neuen Wohnhäuser imWinkel von Sengelmannstraße und Maienweg aussehen. Die SAGA-GWG plant hier 480 SozialwohnungenZeichnung: A-Quadrat Architekten und Ingenieure

„Ohlsdorf 26“: SAGA beginnt mit Bau Am Weißenberg

Von Bert C. Biehl
Fuhlsbüttel. Es ist eines der größten Bauvorhaben im Stadtteil: das Quartier „Am Weißenberg“. Im Winkel von Sengelmannstraße und Maienweg sollen einmal 480 Sozialwohnungen entstehen. Mit dem Abriss eines Teils der Altbebauung haben jetzt die Vorarbeiten begonnen.
„Mit dem 1. Bauabschnitt wird Anfang November begonnen; die Fertigstellung ist für Ende 2014/Anfang 2015 vorgesehen“, sagt Kerstin Matzen, Sprecherin der SAGA-GWG. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft wird zunächst 192 öffentlich geförderte Wohnungen errichten, davon die Hälfte barrierefrei. Die Miete werde bei sechs Euro (netto-kalt) liegen, so Matzen.
108 Wohnungen sind für Ein-bis Zweipersonenhaushalte zugeschnitten: Sie haben eine Größe zwischen 35 und 60 Quadratmeter. 84 Wohnungen sind zwischen 63 und 90 Quadratmetern groß und für Drei- bis Vierpersonenhaushalte gedacht. „Insgesamt sind 480 Wohnungen geplant. Der letzte Bauabschnitt wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 fertig gestellt“, so Matzen. Das gesamte Baugebiet Am Weißenberg ist auch bekannt als „Ohlsdorf 26“. Es wurde benannt nach einem vom Maienweg abzweigenden, historischen Straßenrudiment, umfasst 12,5 Hektar und reicht von der Sengelmannstraße bis ans Gefängnisareal heran. In das Plangebiet eingeschlossen sind die villenartigen Wärterhäuser an der Nesselstraße. Um diese Häuser hatte es in der Vergangenheit immer wieder Unmut gegeben, weil etliche von ihnen leer stehen und verfallen - Anwohner vermuteten einen baldigen Abriss. Auch diese Gebäude gehören der SAGA, die nach massiver Kritik am jahrelangen Leerstand von mehr als 70 Wohnungen deren Sanierung zugesagt hat. Das Ensemble aus Häusern und alten Bäumen soll nach dem Willen des Bezirks-amtes erhalten bleiben, was auch als Bedingung in den 2009 abgeschlossenen Architektenwettbewerb eingeflossen war.

Kutscherhäuser: Abriss in der Kritik

Nicht zu retten waren allerdings die vier so genannten Kutscherhäuser am Maienweg und zwei weitere in der schmalen Kopfsteinpflaster-Gasse Am Weißenberg. Sie waren in den Jahren 1865–1869 für Beschäftigte der Korrektionsanstalt, einer Filiale des Hamburgischen Werk- und Armenhauses, errichtet worden. Vier der sechs eingeschossigen Rotklinkerbauten wurden bereits abgerissen. „Sie waren nach Ansicht des Denkmalschutzamtes nicht erhaltenswert“, sagt Bezirkssprecherin Katja Glahn. Das sieht die Willi-Bredel-Geschichtswerkstatt aus dem benachbarten Ohlsdorf übrigens anders: „Diese im Stil von Landarbeiterhäusern konzipierten Gebäude sind die letzten steinernen Zeugen der landwirtschaftlichen Nutzung riesiger Flächen in der Nähe der damals noch nicht kanalisierten Alster und zugleich ein Stück Hamburger Sozialgeschichte“, bedauert Bredel-Autor Hans-Kai Möller den Abriss. (bcb)
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