Airport für harten Winter gerüstet

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Nils Petersen: „Wenn es hart auf hart kommt, sind wir rund um die Uhr im Einsatz

30 Mitarbeiter wollen mit 40 Geräten für schnee- und eisfreien Flugbetrieb in Fuhlsbüttel sorgen

Von Burkhard Fuchs
Fuhlsbüttel. Der Hamburger Flughafen ist nach eigenen Angaben für den Winter gut gerüstet. Winterdienst-Beauftragter Nils Petersen stellte Journalisten jetzt einen Teil seines Fuhrparks und technischen Geräts vor, zu dem insgesamt 40 Fahrzeuge gehören.

„Wenn es darauf ankommt, sind wir rund um die Uhr im Einsatz.“ Nils Petersen

Denn schließlich gilt es für seine 30 Mitarbeiter in vier Schichten, die Rollbahn auch beim strengsten Wintereinfall ständig von Eis und Schnee frei zu halten und die Flugzeuge vor dem Start zu enteisen. „Wenn es darauf ankommt, sind wir rund um die Uhr im Einsatz“, sagt Petersen.
Sobald der Schneematsch zwei Millimeter hoch ist, müssten die Start- und Landebahnen unverzüglich geräumt werden. Aus diesem Grund sei der Schnee- und Eisdienst des Flughafens von November bis April rund um die Uhr einsatzbereit. Zu den Start- und Landebahnen kämen noch 481.000 Quadratmeter Vorfeldfläche und 25 Kilometer Betriebs- und Versorgungsstraßen, Gehwege und Parkflächen hinzu. „Für die Sicherheit unserer Passagiere ist uns kein Aufwand zu hoch“, sagt Petersens Kollege Michael Rumstedt.

60.000 Liter Enteisungsmittel

Der einsatzträchtigste Winter sei der des Jahreswechsels 2010/11 gewesen, als ganz Norddeutschland für beinahe fünf Monate unter Packeis lag. 60.000 Liter Enteisungsmittel seien da täglich auf die Flugzeuge und Rollbahnen gesprüht und zig Tonnen Granulat-Gemisch auf den Bahnen verteilt worden, sagt Petersen. Das war auch der Grund für den Flughafenbetrieb, das Tanklager für die Flächenenteisung zu erweitern. In den neuen Anlagen könnten etwa 350.000 Liter Enteisungsmittel für Flugbetriebsflächen gelagert werden – so viel wie noch nie. Im vorigen Winter gab es an 104 von 182 Wintertagen Bodenfrost.
Mit Hilfe der Räumfahrzeuge und Schneefräsen würden etwa 90 Prozent der Schneemenge mechanisch beseitigt. Diese umweltfreundliche Lösung werde insbesondere durch bis zu 9,30 Meter breiten LKW-Schneepflüge und die riesigen Stahlbesen der Kehrblasgeräte, die sich je nach Typ 600 bis 800 Mal pro Minute drehen könnten, gewährleistet, erklärt Petersen.

Streusalz wird nicht verwendet

Ganz wichtig dabei: Für die restlichen zehn Prozent dürfe kein Streusalz zum Einsatz kommen. Zum einen würde das Salz die verschiedenen Materialien der Luftfahrzeuge angreifen. Zum anderen gelangten so Streusalze ins Grundwasser, verschlammten dadurch den Boden und schädigten Pflanzen. Petersen: „Die Verwendung eines Gemischs von festem und flüssigem Kaliumformiat hat sich bei unserer Arbeit als am wirkungsvollsten und umweltverträglichsten herausgestellt.“
Bei ungünstigen Wetterbedingungen müssen die vier Bahnen acht- bis zehnmal
pro Tag von Schnee und Eis befreit werden.
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