Aktion: Kinder stoppten Raser

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Kinder befragen Autofahrer: „Warum sind Sie zu schnell?“ Die Aktion der Polizei und der Schule Stockflethweg kam an Foto: Büh
Langenhorn. Wenn sich 22 Schulkinder und zwei Polizisten in Langenhorn vor einer Schule postieren, dann ist es kein gewöhnlicher Klassenausflug. Daher waren die Mädchen und Jungen der Klasse 4a der Schule Stockflethweg auch so aufgeregt. Gemeinsam mit Verkehrslehrer Wolfgang Hötte (47) steht die halbe Klasse an der Einmündung Eichenkamp. Der Polizist hat eine weithin sichtbare Warnweste angezogen und eine „Halt, Polizei!“-Kelle in der Hand. Immer, wenn ihn die Autofahrer sehen, ist es schon zu spät. Denn sein Kollege, der Bürgernahe Beamte (BünaBe) Nils Martin (48), steht an der Einmündung Foßberger Moor. Neben dem BünaBe sind auch einige Kinder - sie sind nicht ganz so auffällig. Doch das große Schild mit dem Hinweis: „Sie fahren... km/h“ ist deutlich sichtbar. Es geht also um eine Aktion gegen Raser. „Viele Anwohner haben sich beschwert“, erklären Hötte und Martin. „Mir selber ist bei einer Radfahrprüfung mit Kindern auch aufgefallen, dass hier wohl viele Autofahrer zu schnell fahren.“ Daher wurde auch die Geschwindigkeitswarnanlage aufgestellt. So sollen Autofahrer sensibilisiert werden. Die Wohnstraße mit „rechts-vor-links“ und einer Schule, wird derzeit auch von den Linienbussen der Hochbahn genutzt, als Ersatz für die Linie U1. Mit 33 km/h fährt dann auch der Norderstedter Bert Neuse (62) durch die „Kontrolle“ und wird prompt angehalten: „Wussten Sie, dass hier eine Schule ist“, wird der Cabriolet-Fahrer gefragt. Seine Antwort lautet: „Nein!“ So geht es wohl vielen, denn gleich mehrere Autofahrer werden während der Aktion am vergangenen Freitag angehalten und belehrt. Strafzettel gibt es keine: „Es wird hoffentlich auch so den Autofahrern eine Lehre sein“, hoffen die Polizisten. Währenddessen fragen die Kinder die nächsten Verkehrsteilnehmer: „Wie ist es, zu schnell zu fahren? Achten Sie auf Kinder?“ Ein 51-jähriger Motorradfahrer aus Lemsahl-Mellingstedt gesteht: „Ich habe selber einen 13-jährigen Sohn. Auf Landstraßen und Autobahnen fahre ich aber sehr gern sehr schnell. Dieses Mal war ich Gott sei Dank nicht zu schnell unterwegs.“ Unisono finden die Autofahrer die Aktion gut, auch wenn sie selbst betroffen sind. „Aufklärung ist immer gut“, findet auch Autofahrer Neuse, schnallt sich an und fährt weiter. Die Kids halten den nächsten Autofahrer an und tauschen dann mit ihren Klassenkameraden die Position. Auch die anderen wollen einmal drankommen und informieren. (büh)
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