„Alles wird gut!“

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Stand unter Denkmalschutz: Nur der Abriss der „Wäscherei“ ermöglicht Sanierung. Foto: Haas

Start der Mega-Baustelle an der Jarrestraße

Winterhude. Das Kult-Möbelhaus „Die Wäscherei“ hatte kürzlich schon zur rauschenden Einweihungsparty in die neue Location geladen. Nach dem Umzug in die City Nord wurde der Lifestyle-Laden am vergangenen Donnerstag im Mexikoring wieder eröffnet. Jetzt also kann’s losgehen an der Jarrestraße: Seit heute, 10. April, rücken die Baumaschinen an.
Wie berichtet, wird in den nächsten Monaten das Wäscherei-Gebäude im Innenhof der Jarrestraße 52-58 abgerissen. Danach können endlich massive Umweltschäden in Angriff genommen werden. Während der kommenden 15 Monate wird das Wäscherei-Gelände zur Mega-Baustelle unter Federführung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU).
Die massive Verseuchung von Boden und Grundwasser entstanden während des Betriebs der Wäscherei und Chemischen Reinigung Wilhelm Wulff zwischen 1937 bis 1988: über Jahrzehnte sickerten chemische Reinigungsmitteln in den Untergrund – durch unsachgemäßen und fahrlässigen Umgang. „Aber jetzt bekommt die Umwelt hier endlich eine Chance!“ freut sich Marion Großcurth (53) über das Ende einer langwierigen Entwicklung, die erst günes Licht bekam mit dem Bebauungsplan Winterhude 10 – nach dem Placet des Denkmalschutzes zum Abriss des Wäscherei-Gebäudes. „Alles wird gut!“ bekräftigt sie ihre Zuversicht.
Die studierte Bauingenieurin hat sich spezialisiert auf Tiefbau, Abfall- und Wasserwirtschaft; und sie kennt sich aus mit Umweltsündern und deren Hinterlassenschaften in ganz Hamburg. Seit 1997 ist die gebürtige Barmstedterin in der BSU-Abteilung Altlastensanierung tätig. Zuletzt führte sie die Bauaufsicht einer Sanierungsmaßnahme über fünf Monate am Mühlenkamp. Dort wurden die giftigen Hinterlassenschaften eines früheren Galvanisierungsbetriebs ausgehoben und beseitigt.„Man muss bedenken, dass ein Bewusstsein dafür, was der Umwelt schadet, erst im Laufe von Jahrzehnten gewachsen ist.“ erklärt Marion Großcurth. Inzwischen verhindern strenge Auflagen, dass neue Umweltschäden entstehen.
„Das hier wird eine besondere Herausforderung!“ sagt die agile Ingenieurin angesichts der Vielzahl von Auflagen, deren Einhaltung im Interesse der Bauarbeiter und Anwohner sie an der Jarrestraße zu überwachen hat. Fachkundig unterstützt wird sie dabei zwar von einem Ingenieurbüro; vor Ort trägt sie dennoch die Verantwortung. Auch dafür, dass alle Baumaßnahmen unter größtmöglicher Rücksicht auf die Menschen in der Umgebung durchgeführt werden.
Schon die Abrissarbeiten des Wäscherei-Gebäudes, das sich bis zum Ufer der Osterbek erstreckt, dürfen deshalb nur behutsam erfolgen: In kleinen Schritten wird es entkernt, weil zunächst auch Schadstoffe in den Gebäudeteilen entsorgt werden müssen. Jetzt hat die Oberbauleiterin ihr Baubüro an der Jarrestraße 52 eingerichtet. Ab sofort steht sie auch den Anwohnern als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Dabei sieht sich die Fachfrau weniger als Beschwerdeinstanz. Vielmehr sei sie für alle Hinweise aus der Nachbarschaft dankbar. „Denn auf einer Baustelle ist immer mit unplanbaren Zwischenfällen zu rechnen. Und da ist es wichtig, dass die Kommunikation zwischen allen Beteiligten gut klappt.“ Marion Großcurth ab sofort zu erreichen unter Telefon: 42845-3486. Info: www.hamburg.de/altlastensanierung (wh)
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