Als Diakon für Menschen da sein

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Roland Keiss bei der ersten von ihm geleiteten Trauung in der Kirche am Tannenweg Foto: Krause
Langenhorn. Roland Keiss lebt seit einem halben Jahr in Langenhorn. Er ist Diakon in der kath. Gemeinde „Heilige Familie“. Lernen möchte er hier für sein Ziel, Priester zu werden. Es gibt Berufe, bei denen, unabhängig von schulischen Prädikaten, bestimmte Grundvoraussetzungen zum Gelingen gegeben sein müssen. Wer zum Beispiel Umgang mit Menschen hat, der sollte Menschen mögen, sollte Freude daran haben, mit ihnen Kontakte zu pflegen.
Die Bibel verlangt aber noch mehr. Sowohl im Alten wie auch im neuen Testament steht die klare Anweisung „Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst!“ Pastorinnen und Pastöre und natürlich auch Pfarrer kennen die entsprechenden Texte, müssen darüber motivierend predigen und sich täglich selbst der hohen Anforderung stellen „den Nächsten zu lieben, wie sich selbst“ Das will auch Roland Keiss, vor 29 Jahren im polnischen Gdingen geboren. In Lübeck aufgewachsen, nahm er dort regen Anteil am Leben seiner Pfarrgemeinde. Er hätte sich schon damals vorstellen können, Theologie zu studieren, doch ohne Abitur schien das unmöglich. Darum entschied er sich für die Altenpflege, übte den Beruf auch aus. Klar, dass es Frauen in seinem Leben gab – Frauen, die er liebte und die seine Liebe erwiderten.
Wunschberuf Priester
Dennoch blieb der Wunsch, katholischer Priester zu werden, was auch heute noch mit der Ehelosigkeit, dem Zölibat verbunden ist. „Ich weiß, worauf ich verzichte“ so Roland Keiss im Gespräch mit dem WochenBlatt „denn ich kenne aus eigenem Erleben, welch ein Geschenk Gemeinschaft ist. Aber in den letzten fünf Jahren habe ich für mich erfahren, dass ich gern Single bin. Ich glaube nicht, dass man das ‚lernen‘ kann; es muss einfach passen!“
Keiss ist davon überzeugt, dass ihm der Zölibat Raum geben kann, Zeit, viel Zeit für andere zu haben. Er zitiert dabei den polnischen Papst Johannes Paul II. „Der Priester lebt deshalb allein, damit andere nicht allein leben müssen“ Letztlich wogen die Gründe so schwer, dass sich der Lübecker entschloss, noch einmal für Jahre ‚die Schulbank‘ zu drücken. Erleichtert hat ihm die Entscheidung, dass ein Theologiestudium ohne Abitur im Studienhaus St. Lambert bei Koblenz unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Diesen Weg beschritt Roland Keiss.
Vor Jahren machte er bereits ein Praktikum in Langenhorn – nun ist er ein ganzes Jahr im Norden Hamburgs. Er wirkt aktiv in der Gemeinde mit. Die erste Taufe hat er gespendet – den ersten Langenhorner mit dem Segen der Kirche auf Ohlsdorf bestattet. Auch das Jawort zum gemeinsamen Lebensbund eines Paares hat er am Tannenweg bestätigt; eine Feier, die ihm seinen anderen Lebensentwurf besonders vor Augen führte. Es war, so berichten Teilnehmer, eine fröhliche Feier. Auch Roland Keiss hat für sich einen Festtermin im Auge. Pfingsten 2014 möchte er im Mariendom in Hamburg St. Georg zum Priester geweiht werden. (fjk)
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