Auch das ist Kirchentag

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Sie machen ihre Tür, ihr ‚Tor zur Welt‘ für Kirchentagsbesucher weit auf. Mahmotta und Gulfam Malik, Mitglieder der Ahmadiyya-Muslim-Bewegung, werden Kirchentagsbesucher in ihrem Haus beherbergen. Foto: Krause

Kirchentagsbetten unter muslimischem Dach

Von Franz-Josef-Krause
Langenhorn. Der Abgeordnete der Bezirksversammlung Nord, Gulfam Malik wie auch seine Frau Mahmotta stammen aus Pakistan. Etliche Familienangehörige waren politisch engagiert und in der Bevölkerung hoch geachtet. Ihre religiöse Heimat hatten sie in der islamischen Ahmadiyya Reformgemeinde. Auf Druck der sunnitischen Gelehrten Pakistans wurden die Ahmadiyya-Muslim-Bewegung 1974 zu einer nicht-muslimischen Religionsgemeinschaft erklärt.
Formal wurden sie damit auf eine Stufe mit Juden, Christen, Buddhisten, Sikhs und Hindus gestellt, praktisch führte dies zur Legitimierung von Gewalt gegen Ahmadis. Ihre Moscheen wurden geschändet oder niedergebrannt. Viele Angehörige dieser Glaubensgemeinschaft
emigrierten.
„Der Islam ist tolerant“, sagt Malik, „intolerant hingegen sind einige Regierungen islamischer Länder. Sie instrumentalisieren Religion für ihre Zwecke.“ Der bekennende Muslim ist davon überzeugt „Religionen sollen Andersgläubige nicht verächtlich machen, sondern von der Schönheit des eigenen Glaubens erzählen und ihn zum Leuchten bringen“ Genau das ist auch eines der Ziele, die der Evangelische Kirchentag in Hamburg hat. So gibt es eine Podiumsreihe ‚Muslime und Christen‘, bei der islamische und christliche Theologen und Wissenschaftler verbindende und trennende Glaubenselemente beider monotheistischen Religionen aufgreifen werden.
Seit 1988 haben Mahmotta und Gulfam Malik die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. „Immer wenn wir nach einer Reise wieder im Hamburg landen“, so berichtet das Ehepaar übereinstimmend, „dann spüren wir ganz deutlich – wir sind in der Heimat, wir sind zuhause angekommen.“
Ein Zuhause auf Zeit, das wollen die Maliks auch sechs Kirchentagsbesuchern bieten. Beide finden die Idee, sich über die örtliche Gemeinde hinaus über den Glauben auszutauschen, sehr wichtig. „Der Glaube soll das Miteinander fördern“, findet das Ehepaar, „deshalb freuen wir uns darauf, Gastgeber für Kirchentagsbesucher zu sein. Das werden sicher für unsere Gäste und für uns interessante Begegnungen sein.“ Fest verwurzelt in Glauben und gleichzeitig weltoffene Hamburger, die dem Kirchentag ihre Haustür, ihr ‚Tor zur Welt‘ öffnen, das geht für die Maliks Hand in Hand.
„Zuerst kommt der Mensch – dann der Glaube. Gut, dass es in Deutschland Freiheit und auch Glaubensfreiheit gibt!“ davon ist Gulfam Malik überzeugt. Für diese Überzeugung tritt er auch ein. In seiner politischen Arbeit in der Bezirksversammlung und ganz pragmatisch handelnd im Bezirk. Und er ist überzeugt davon, auch im Glauben das Verbindende zu suchen. Deshalb ist er gemeinsam mit seiner Frau Mahmotta Gastgeber für den Evangelischen Kirchentag. (fjk)
Weitere Betten für den Kirchentag? Hier das ‚Kojen‘ Telefon: 430 93 12 00
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