B-Plan liegt aus

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Das geplante Werkstatt- und Geschäftshaus Ecke Langenhorner Chaussee und Stockflethweg in der Architektenzeichnung. Grafik: Kleta Architekten
 
Der Querpfad – eine schmale Straße, die oft als Schleichweg genutzt wird. Jetzt soll sie verbreitert werden – Anwohner protestieren. Foto: Biehl

Langenhorn 68: Deutliche Veränderung am Ochsenzoll

Von Bert C. Biehl
Langenhorn. Es wird die größte Umgestaltung im Stadtteil seit dem Bau des Langenhorner Marktes in den 60er-Jahren: die Errichtung neuer, großer Wohn- und Gewerbekomplexe zwischen dem U-Bahnhof Ochsenzoll und der Landesgrenze. Die Planungen dafür gehen in die Schlussphase. Seit dem vergangenen Montag liegt der Bebauungsplan Langenhorn 68 im so genannten Technischen Rathaus in Eppendorf zur öffentlichen Einsichtnahme aus.
Bis zum 15. Februar können alle Bürger die Pläne begutachten und Fragen stellen. Für sie bedeuten diese vier Wochen voraussichtlich die letzte Gelegenheit zum Einwirken: Binnen dieser Frist können schriftlich oder zur Niederschrift Einwendungen vorgebracht werden. Dass es davon reichlich geben dürfte, gilt nach den kontroversen Debatten im vergangenen Jahr als sicher. Auf zwei außerordentlich stark besuchten Sitzungen des Regionalausschusses im Juni und September hatten zahlreiche Bürger ihrem Unmut Luft gemacht. Vor allem die befürchtete Verkehrszunahme im Einzelhaus-geprägten Stockflethweg bereitet ihnen Sorgen.

Anlieger gründen
Initiative

Einer der aktivsten Anlieger des Quartiers und zugleich der schärfste Kritiker von Langenhorn 68 ist Claus Pfeil. Er lädt zu einem öffentlichen Info-Abend am Mittwoch, 23. Januar, ein (St. Jürgen, 18 Uhr). Dann will Pfeil unter anderem alte und neue Varianten des B-Plans gegenüberstellen. Unter anderem hält er die künftig mögliche Höhe der Häuser für .
Erste Planungen zur Neuordnung am Ochsenzoll gab es bereits 1996. Damals hatte der Voscherau-Senat sogar einen Wettbewerb ausgeschrieben, um das unterentwickelte Gebiet rund um den Bahnhof aufzuwerten. Im Jahr 2000 sei der erste B-Plan-Entwurf vorgestellt worden, hatte Claus Jorga, Chef-Planer des Bezirksamtes, im September im Regionalausschuss vorgetragen: „Seit dieser Zeit ist allerdings nie ein richtiges Konzept zustande gekommen.“ Erst 2011 wurden die Pläne konkret. Die aber weichen deutlich ab von dem Entwurf des Jahres 2000, kritisiert der Langenhorner Claus Pfeil. Die Änderungen hat er dokumentiert und will sie in Eigenregie den Nachbarn und allen Interessierten vor Augen führen.
Auch die Anlieger der schmalen Straße Querpfad, der seit Jahrzehnten als Schleichweg zwischen Segeberger und Langenhorner Chaussee genutzt wird, sind alarmiert. Der Grund: Die nur 6,50 Meter breite Straße soll laut „Langenhorn 68“ auf neun Meter verbreitert werden – dafür müsste die Stadt aber Teile der Vorgärten enteignen. „Ein Irrsinn“, meint auch die Langenhorner Grünen-Bezirksabgeordnete Carmen Wilckens, „das Ziel muss doch sein, den Schleichverkehr dort herauszuhalten.“ Die Anwohner wollen nun mit einer Bürgerinitiative Einfluss auf den B-Plan nehmen, lassen sich gerade anwaltlich beraten. Auskünfte zum ausgelegten Bebauungsplan-Entwurf erteilt das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung nach vorheriger telefonischer Terminabsprache unter t 42804 - 6023 oder - 6020. (bcb)

Info-Veranstaltung: Mittwoch, 23. Januar, 18 Uhr, Gemeindehaus St. Jürgen, Eichenkamp 10. Plan-Einsicht: 14. Jan.-15. Feb., Mo-Do 9-16 Uhr, Fr. 9-14 Uhr, beim Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes Hamburg-Nord, Technisches Rathaus, Kümmellstraße 6, VI. Obergeschoss, 20249 Hamburg.
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