Beete statt Baulücken

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Der erste Spatenstich: Sozialdezernentin Yvonne Nische, Bezirksamtsleiter Harald Rösler und Edouard van Diem graben mit Kindern aus dem Stadtteil ein Beet um.Foto: sl

Langenhorner können im Gemeinschaftsgarten eigenes Gemüse anbauen

Langenhorn. Beete statt Baulücken: Gemeinschaftsgärten in Großstädten sind im Kommen. Weit mehr als 100 urbane Gärten, in denen vorrangig Öko-Gemüse und Kräuter angebaut werden, gibt es bereits in Deutschland. In Berlin tragen sie Namen wie „Prinzessinnen-Garten“ oder „Rosa Rose“.
Seit letzter Woche reiht sich auch Langenhorn in die neue Garten-Kultur ein: Im Wohngebiet Essener Straße wurde ein Nachbarschafts-Garten angelegt und offiziell an die Bewohner übergeben. Bezirksamtsleiter Harald Rösler ließ sich den ersten Spatenstich des „Interkulturellen Permakulturgartens Langenhorn“ (kurz: InPeLa) nicht nehmen. „Für mich ist dieses Projekt hoch spannend, weil es ein gutes Beispiel dafür ist, wie wir in Hamburg mit grünen Flächen umgehen können“, sagte Rösler, der sich türkische, italienische, griechische und deutsche Tomaten wünscht. „Ich bin gespannt, wie sich das Projekt entwickelt und werde es im Auge behalten“, versprach er.
Die etwa 2500 Quadratmeter große Fläche ist den Bewohnern vom Bezirksamt Nord pachtfrei zum Gärtnern zur Verfügung gestellt worden. Die finanziellen Mittel stammen aus dem Rahmenprogramm der integrierten Stadtteilentwicklung. Das Gelände ist von der Walter-Schmedemann-Straße aus erreichbar und liegt neben dem großen Bolzplatz im Grünzug Essener Straße. Hier können ab sofort Einzelpersonen oder Gruppen Gemüse-, Kräuter- oder Blumenbeete anlegen. Einzige Bedingung: Auf Kunstdünger, Pflanzen- und Insektengifte muss verzichtet werden. Ideengeber ist Bewohner Uwe Frank (64), der vor zwei Jahren auf der Gesundheitskonferenz im Quartier vorschlug, den Kindern wieder nahe zu bringen, wo eigentlich gesunde Lebensmittel herkommen. Fachlich begleitet wird der Garten von Edouard van Diem, Koordinator von Mitwelt-Systembildung-Beratung Hamburg, der ein ähnliches Projekt bereits im Hamburger Volkspark umgesetzt hat. „Der Permakultur liegen drei ethische Prinzipien zugrunde: Sorge für die Natur, Sorge für den Menschen und gerechtes Teilen“, erklärt er. Die Menschen vor Ort sollen als Experten eingebunden werden, planen, gestalten und „fröhlich miteinander Gärtnern“, so van Diem. Ein Schuppen mit den nötigen Geräten ist vorhanden. Einzig die Wasserversorgung müsse noch geklärt werden.
Ein paar kleine Beete mit Gründüngerpflanzen und fünf Bohnen-Tipis sind bereits angelegt worden. Geplant ist unter anderem auch ein Kräuterbeet. „Im Herbst wollen wir einen essbaren Knick anlegen. Jeder ist eingeladen mitzumachen. Es können auch eigene Beete angelegt werden“, sagt Edouard van Diem, dem es wichtig ist, Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie einfach es ist, eigene Lebensmittel ökologisch anzubauen. Auch Kitas und Schulen können Beet-Paten werden. (sl)
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