Bertini-Preis für Heidberg

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Diese elf Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Am Heidberg gewannen einen Bertini Preis, dessen Initiator Michael Magunna (2.v.l.) als Pate fungierte Foto: Hanke

Stadtteilschüler interviewten NS-Opfer in Chicago und drehten Kurzfilm

Von Christian Hanke
Langenhorn
Bertini Preis für elf Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Am Heidberg! Für einen Kurzfilm über Flüchtlinge in Chicago, die als Kinder aus Europa vor den Nazis fliehen mussten, erhielten zehn Neuntklässler und eine Schülerin aus Klasse 10 den Preis für junge Menschen mit Zivilcourage, der jedes Jahr an mehrere Schülergruppen oder einzelne Jugendliche aus Hamburg und Umgebung vergeben wird. Für 2014 wurden kürzlich sieben Gruppen und ein Einzelbewerber im Ernst-Deutsch-Theater ausgezeichnet.
Seit einigen Jahren pflegt die Stadtteilschule Am Heidberg einen Schüleraustausch mit Chicago. Auch im vergangenen Jahr reiste eine Gruppe der Langenhorner Schule in die US-Metropole. Auf Anregung von Lehrern interviewten die elf Jugendlichen dort sechs ältere Menschen, die als Kinder und Jugendliche vor den Nazis aus Europa fliehen mussten. „Der Austausch ist immer mit einem Projekt verbunden“, erläuterte Schulleiterin Helga Smits.

R

ichtigen Ton gefunden


„Über eine der Flüchtlinge, Olga Weiss, wurde der Kontakt zu den acht noch lebenden Flüchtlingen geknüpft“, erzählt Ronald Hinrichs, einer der Lehrer, die die elf Schülerinnen und Schüler nach Chicago begleiteten. Einige der Flüchtlinge leben seit ihrer Ankunft in den USA gemeinsam in einem Haus, das sie Self-Help-Home nennen. „Das war damals eine Art Selbsthilfegruppe, die sich inzwischen zu einer Alten-WG entwickelt hat“, erzählt Ronald Hinrichs. Die Hamburger Schülerinnen und Schüler waren zunächst sehr unsicher, wie sie von den einstigen Flüchtlingen aufgenommen würden, schließlich kamen sie aus dem Land, dessen Führung ihre potentiellen Interviewpartner vertrieben hatte. „Sie wussten nicht, ob sie den richtigen Ton finden würden“, erzählt Helga Smits. Sie fanden ihn, denn sie wurden herzlich empfangen und die Flüchtlinge zeigten große Bereitschaft, von ihrem Leben zu erzählen. „Sie wissen, dass sie die letzten ihrer Generation sind und wollen ihre Geschichten an die Jugend weitergeben. Je mehr Jugend, desto besser“, berichtet Ronald Hinrichs. Über die Interviews drehten die Heidberg-Schülerinnen und Schüler einen Kurzfilm mit dem Titel „Making a difference – Meeting the Hidden Children of Chicago“.

Projekt wurde größer


„Das war zunächst ein kleines Projekt. Aber es wurde mit der Zeit immer größer und professioneller. Deshalb haben wir es schließlich für den Bertini Preis gemeldet. Das war ursprünglich gar nicht vorgesehen“, erzählt Helga Smits. Dort wurde es sofort als preiswürdig eingestuft. Der Initiator des Preises selbst, der einstige Lehrer Michael Magunna, übernahm die Patenschaft, und lobte das Projekt inbrünstig mit emotional bewegter Stimme.
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