Besserer Lärmschutz

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Ingenieur Folkhard Hänisch: Als klar war, dass die Stadt Quickborn notfalls für den Lärmschutz klagen würde, hat die Arbeit richtig Spaß gemacht. Fotos: Fuchs

Anrainer der Autobahn A7 können sich freuen

Von Burkhard Fuchs
Quickborn/Ellerau. Die Anwohner der Autobahn A7 in Quickborn und Ellerau können sich beim geplanten sechsspurigen Ausbau der Bundes-Autobahn (BAB) auf erheblich mehr Schutz vor dem erhöhten Verkehrslärm freuen.
So wird die vorhandene 160 Meter lange Lärmschutzwand an der Landesstraße 76 an der BAB-Anschlussstelle Quickborn von zwei auf sechs Meter erhöht. Entsprechend wird auch die Lärmschutzwand an der östlichen Seite der Autobahn in Quickborn-Heide entsprechend angepasst. Beide Maßnahmen sollen das Wohngebiet Schwartmoor vom Lärm entlasten. Auf der westlichen Seite wird von der Brücke über die Ulzburger Landstraße bis zur Raststätte Holmmoor ein zusätzlicher Wall errichtet, der den Schall in Richtung des Ortes vermindern soll.
„Damit haben wir jetzt ein optimales Ergebnis für den Lärmschutz erreicht“, sagt Bürgermeister Thomas Köppl. Mit der Erneuerung der Lärmschutzwand bis nach Ellerau wird nun praktisch die Westseite der A7 auf dem zehn Kilometer langen Abschnitt, der zu Ellerau und Quickborn gehört, praktisch durchgehend vor dem Lärm passiv geschützt. Hinzu kommt der Einbau des sogenannten Flüsterasphalts von der Brücke über die Bahnstraße in Ellerau bis hinter der Brücke über die Ulzburger Landstraße auf etwa vier Kilometern Länge. Dieser offenporige Asphalt, der sich auf der A23 bewährt hat, schluckt etwa fünf Dezibel Schall.
Dieser Erfolg sei aber nur durch die Einschaltung externer Hilfe und langer Verhandlungen mit der DEGES gelungen, die im Auftrag von Bund und Ländern den Ausbau der A7 von Bordesholm bis Hamburg plant, erklärt Bürgermeister Köppl. Rund 300 Millionen Euro soll der Ausbau von zwei zusätzlichen Fahrstreifen kosten, der 2014 beginnt.
Als den Quickbornern im April 2010 die ersten Pläne zum Lärmschutz für die Eulenstadt vom
DEGES-Projektleiter Mario Schönherr präsentiert wurden, reichten ihnen die vorgeschlagenen Maßnahmen bei weitem nicht. Die Verwaltung schaltete daraufhin das Hamburger Ingenieurbüro Masuch und Olbrisch ein, das sich auf den Immissionsschutz spezialisiert hat. Dieses berechnete alle Zahlen und Daten der DEGES neu und kam zum Beispiel für den Lärm an der L76/BAB-Anschlussstelle zum Ergebnis, dass die sich addierenden Lärmwerte von der DEGES überhaupt nicht berücksichtigt wurden.
„In dem Augenblick, als die Stadt deutlich machte, dass sie notfalls den Planfeststellungsbeschluss mit einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht aufhebt oder zumindest verzögert, hat die Arbeit richtig Spaß gemacht“, sagt Ingenieur Folkard Hänisch. Stück für Stück konnte der Fachmann so ein Zugeständnis nach dem anderen der DEGES entlocken. Am Ende holte er zusätzliche Zusagen für den Lärmschutz in Höhe von 1,3 Millionen Euro heraus. (bf)
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