Bienen als Bio-Detektive

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Imker Ingo Fehr hegt seine Bienen am Airport, die hier als Bio-Detektive im Einsatz sind Fotos: Kuchenbecker

Am Flughafen wird so die Umweltbelastung gecheckt

Von Nicole Kuchenbecker
Fuhlsbüttel. Wie gesund ist die Luft rund um den Hamburger Flughafen? 80.000 kleine Bienen-Detektive sind noch bis Spätsommer im Einsatz, um dies in Erfahrung zu bringen.

Bio-Monitoring

Bio-Monitoring nennen die Experten den Einsatz der Bienen, die im Radius von anderthalb Kilometern um die Landebahnen und in der Nachbarschaft Nektar und Blüten sammeln. Ihr Wachs und Honig wird durch unabhängige Laboruntersuchungen unter anderem auf Schadstoffe wie auf Rückstände des Flugzeugtreibstoffes Kerosin und andere Schwermetalle getestet und gibt Aufschluss über die Luftqualität am Airport. Hobby-Imker Ingo Fehr (46) hat derzeit zwei Bienenvölker am Hamburger Flughafen, um die er sich kümmert. Vor 16 Jahren schrieb er seine Diplomarbeit zum Thema „Filterung von Luftschadstoffen in Kleinlüfter-Geräten“ am Airport. Heute sind es seine Bienen, die als Bio-Detektive hier im Einsatz sind. Fehr: „Der Flughafen bietet mitten in der Großstadt beste Bedingungen. Es gibt in der Nachbarschaft viele Grünflächen und genügend Wasser.“
„Natürlich sind für uns nicht die Bienen allein maßgebend für die Beurteilung der Luftqualität“, sagt Axel Schmidt, Leiter der Umweltabteilung am Hamburg Airport, „zusätzlich zu den ständigen behördlichen Luftgütemessungen und unseren Schadstoffberechnungen aber geben sie uns weiteren Aufschluss.“ Udo Bradersen-Brenner (46), Mitarbeiter im Umweltreferat Hamburg Airport, ist zufrieden mit der Arbeit der kleinen Helfer. Seit 1999 setzt der Airport Bienenvölker für den Umweltschutz ein. Und in all den Jahren hat das Bio-Monitoring keine negativen Rückschlüsse auf schädliche Rückstände aus der Luft ergeben. Bradersen-
Brenner: „Wir lagen immer unter den Bestimmungsgrenzen.“

40 Kilogramm Honig

Regelmäßig überwacht Imker Fehr seine Bienen. Dazu gehört vor allem auch die Gesundheit der Insekten. Fehr: „Übermäßige Schadstoffe in der Luft würden die Bienen töten.“ Doch das ist bei den Airport-Bienen nicht der Fall. Den kleinen „Summern“ geht es gut und so freut sich Fehr schon jetzt auf die kommende Ernte. Er hofft in diesem Jahr auf rund 40 Kilogramm, etwa 80 Gläser, leckeren Honig.
Inzwischen sind mehrere deutsche und europäische Flughäfen dem Beispiel gefolgt. Insgesamt decken die Bienen ein Gebiet von rund sieben Quadratkilometern ab.
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