Bike+Ride wird ausgebaut

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Langenhorner Markt: Noch ist die Anzahl derer, die ihr Fahrrad für acht Euro pro Monat abstellen wollen, überschaubar Foto: Biehl

Fahrradstation auch in Ochsenzoll geplant. Kritik von Opposition und ADFC

Von Marco Dittmer-Thielcke
Hamburg
Nord Kurz vor der Bürgerschaftswahl hat der Senat jetzt neue Pläne zum Ausbau des Bike-and-Ride-Netzes vorgestellt. Demnach sollen bis 2025 rund 12.000 neue Fahrradabstellplätze in der Nähe von Schnellbahn-Haltestellen entstehen, 3.500 davon bis Ende 2016. In Hamburg-Nord sollen noch in diesem Jahr sieben Haltestellen ausgebaut werden. Nachdem am Bahnhof Langenhorn Markt bereits Ende November eine der Stahlboxen aufgestellt worden war, soll es noch 2015 auch am Bahnhof Ochsenzoll eine geben. Außer dem werden die Bahnhöfe Kellinghusenstraße, Saarlandstraße und Hallerstraße in diesem Jahr ausgerüstet. 2016 folgen Eppendorfer Baum und Hoheluftbrücke.
Die P+R-Betriebsgesellschaft, die auch die Park-and-Ride-Parkplätze für Pkws unterhält, übernimmt den Betrieb der dann insgesamt 28.000 Fahrradflächen. Rund die Hälfte der angebotenen Plätze soll überdacht werden, 5.600 Plätze können gemietet werden. Wie viele Fahrräder die Haltestellen bald aufnehmen können, ist noch unklar. Kostenpunkt für das neue Fahrrad-Konzept des SPD-Senats: 3,7 Millionen Euro.

„Nicht konsequent“


Dirk Lau, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club e.V. (ADFC), begrüßte zwar die Richtung in die das Konzept des SPD-Senats zielt, kritisierte aber gleichzeitig die Pläne als nicht konsequent genug. Der 48-Jährige befürchtet, dass „Fahrradboxen mit 20 bis 30 Stellplätzen an Verkehrsknotenpunkten wie Altona oder Barmbek nicht ausreichen. Parkhäuser mit 500 Plätzen für Fahrräder müssen her, ähnlich wie in Bergedorf“, sagte Lau. Der ADFC stellt auch die Weitsicht des SPD-Konzepts in Frage. „2025 wird es ganz andere Anforderungen an die Stadt geben“, so sei schon heute abzusehen, dass immer mehr Hamburger auf Lastenfahrräder steigen. Diese seien aber zu lang für Fahrradboxen.
Auch für die Opposition sind die Pläne des Senats nicht zu Ende gedacht. „Der Bedarf für die 12.000 Plätze besteht schon heute. In zehn Jahren wird es immer noch zu wenig Fahrradplätze geben“, sagt Bürgerschaftsabgeordneter Till Steffen (Grüne). Verkehrspolitiker Klaus-Peter Hesse (CDU) kritisierte, von innovativen Ansätzen und einer ausreichenden Rückkopplung mit dem Park+Ride-Konzept fehle jede Spur: „Dass die Förderung des Fahrradverkehrs beim SPD-Senat nicht in guten Händen ist, hat zuletzt schon die gescheiterte Fahrradstraßenplanung am Harvestehuder Weg gezeigt.“

Bisher 1.600 Stellplätze


Bisher existieren 1.600 verschließbare Fahrradstellplätze in Hamburg, mit unterschiedlicher Auslastung. So gibt es an Knotenpunkten wie Barmbek, Altona oder der Schanze lange Wartelisten auf die vorhandenen Stellplätze.
Am Langenhorner Markt hingegen sind die 30 Plätze bisher nicht ausgelastet. In Wandsbek sind von 20 Abstellplätzen sind nur vier vermietet. Ein Platz kostet acht Euro im Monat beziehungsweise 90 Euro pro Jahr.

Anfragen auf einen Stellplatz können nur bei der P+R-Gesellschaft unter 040/32 88-2553 gestellt werden
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