Brache bald Vergangenheit

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(v.l.) Jens Buddenberg, Prokurist HBK, Jan Klinker, der Inhaber des gleichnamigen Architekturbüros und Frank Beister, einer der verantwortlichen Architekten. Foto: Krause
 
Die heutige Ansicht vom Parkhaus Krohnstieg / Tangstedter Landstraße aus gesehen. Foto: Krause

Konkrete Pläne für das Langenhorner Loch

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn. Wieder wurde in diesen Tagen eine Generation eingeschult, für die das ‚Langenhorner Loch‘ genauso zum Stadtteil gehört wie der U-Bahnhof Langenhorn Markt, der früher ‚Langenhorn Mitte‘ hieß.
Doch die Tage der fast legendären Brache in der Mitte des Stadtteils, also in bester Lage, sind gezählt. Nachdem sich seit 2009 hinter den Kulissen viel bewegte, wird sich spätestens im Frühjahr 2013 auch im Loch einiges bewegen. Was, erfuhr das WochenBlatt in einem Gespräch mit den beteiligten Akteuren in der vergangenen Woche.

Die Vorgeschichte
Direkt gegenüber des U-Bahnhofs residierte seit dem 8. Oktober 1951 die Deutsche Bundespost in einem Nachkriegsbau. Sie nutzte nicht nur das Erdgeschoß für den Publikumsverkehr, sondern auch fast alle anderen Räumlichkeiten. Es war ein unauffälliger Bau, vergleichbar mit den sich an das Bürgerhaus (früher Arbeitsamt) anschließenden Gebäuden in Richtung Krohnstieg. Mit dem Umzug der Post im Juni 2005 in das Einkaufszentrum Langenhorner Markt ergab sich für die Eigner eine Situation, in der der Abriss des Hauses und Verkauf des Grundstücks eine optimale Option zu sein schienen.

Die Zeit mit Loch
Der Abbruch des Postgebäudes erfolgte im August 2006, doch die erhofften Käufer blieben aus. Es prägte sich sehr schnell ein Name – das ‚Langenhorner Loch‘ wurde zum festen Begriff im Stadtteil. Hier konnte man am im Wortsinn ‚lebenden‘ Objekt beobachten, wie Natur sich breit macht, wenn der Mensch sich zurückzieht.
Allen voran die Birken, aber auch Weidenröschen und allerlei Wildkräuter eroberten die Abbruchfläche. Den Bürgern besonders ans Herz gewachsen, ein inzwischen ansehnlicher Ahorn, der ohne öffentliche Hilfe aus den Trümmern wuchs.

Der Verkauf
Was viele kaum noch für möglich gehalten hatten, geschah im September 2009. Mit großen Lettern verkündete ein Schild am Rande des Lochs ‚VERKAUFT‘. Die Spannung stieg, was sich hier kurzfristig tun würde. Es tat sich – zumindest im Loch – nichts. Die Natur wucherte weiter. Das Loch fiel wieder in seinen Dornröschenschlaf.
Mit dem Dornröschenschlaf wird es demnächst vorüber sein. Verantwortlich für den Wandel ist die Hanseatische BauKonzept GmbH & Co. KG, (HBK) und der in besonderer Weise dem Stadtteil verbundene, renommierte Architekt Jan Klinker und sein Team. Jens Buddenberg, der Prokurist des Projektentwicklers HBK, sowie Jan Klinker und einer seiner verantwortlichen Mitarbeiter, der Architekt Frank Beister, erläuterten im Gespräch mit dem WochenBlatt, wie sich das Stadtbild gegenüber dem U-Bahnhof verändern wird und legten ihre Pläne offen. Dabei bestätigten sich kursierende Vermutungen, dass hier Wohnungen mit Serviceangebot für ältere Bürger entstehen. Bei der Finanzierung soll der ‚Erste Förderungsweg’ gewählt werden – d.h., zukünftige Mieter müssen einen sogenannten Wohnberechtigungsschein haben. Entstehen wird eine Seniorenwohnanlage mit 93 Wohneinheiten über 7 Etagen. (7 Vollgeschosse und 1 Staffelgeschoss) Es werden 76 Ein-Personen und 17 Zwei-Personen Wohnungen gebaut werden. Die Gesamtwohnfläche wird 4.590 Quadratmeter betragen. Zusätzlich sind 265 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche geplant. Von der Straße zugängig werden 1.390 Quadratmeter Gewerbefläche sein – ein Drogeriemarkt hat sich einen Teil dieser Fläche bereits gesichert. Platz für die Autos der Mieter werden eine Tiefgarage und Stellplätze im Hof bieten. Die Fassade der L-förmigen, Teile der Tangstedter Landstraße und des Krohnstiegs umfassenden Baueinheit wird sich optisch an den U-Bahnhof und den ‚Haspa-Turm‘ anpassen. Auch mit dem am Krohnstieg bestehenden Einkaufszentrum soll weitgehend eine visuelle Einheit entstehen. Damit wäre die bisher dominierende Parkhaus-
rotunde abgedeckt und der markante Standort im Zentrum Langenhorns geschlossen.
Vom Planungsbeginn 2009 über den Bauvorbescheid in 11/2010 bis zur Baugenehmigung im Juli 2012 ist viel Zeit verflossen. Auch wenn der Baubeginn für das 1. Quartal 2013 geplant ist, wird noch mehr Zeit vergehen, bis sich Mietinteressenten für die neuen Seniorenwohnungen mit Serviceangebot bewerben können. (fjk)
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