Brandbrief an den Senat

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Beiratsmitglied Werner Hansen (re.) verlas die einstimmig angenommene Resolution. Foto: Biehl

Stadtteilbeirat Essener Straße fordert Erhalt der Stadtteilschule Grellkamp

Langenhorn. Juristisch gesehen hat diese Resolution keine Bedeutung. Doch angesichts der Brisanz des Themas kommt dem Beschluss des Stadtteilbeirates Essener Straße eine gewisse Symbolkraft zu. Der Beirat hat am vergangenen Donnerstag einstimmig einen Brief an Senat, Bürgerschaft und die Deputation der Schulbehörde verabschiedet. Tenor: Die Stadtteilschule Langenhorn am Grellkamp soll erhalten bleiben.
Hintergrund ist, dass die Grellkampschule nach den Plänen der Schulbehörde auslaufen soll und bereits in diesem Jahr keine Fünftklässler mehr aufnehmen durfte. Dagegen hatten die betroffenen Eltern protestiert (das WochenBlatt berichtete). Nachträglich hatten sich dann auch die Bezirkspolitiker aller Fraktionen für die Grellkampschule eingesetzt, allerdings nicht als selbstständige Stadtteilschule, sondern als Dependance der Fritz-Schumacher-Schule (FSS).
Der Stadtteilbeirat ging jetzt noch einen Schritt weiter. Denn nach seiner Überzeugung ist es nicht sicher gestellt, dass die verbleibenden Stadtteilschulen Am Heidberg und FSS alle Schüler aufnehmen können, „da aufgrund der geplanten und sich teilweise schon im Bau befindlichen Wohnungsneubauprojekten in Langenhorn die Zahl der Schüler erhöht. Der Beirat „fordert die Behörde für Schule und Berufsbildung auf, die Stadtteilschule zu erhalten.“
Unterdessen sorgt ein Papier der Schulbehörde für neuen Zündstoff. Es wurde den Bezirksabgeordneten auf ihrer jüngsten Versammlung kurzfristig als Tischvorlage serviert – offenbar aus gutem Grund. Denn hierin wird ein wichtiger Neben-Aspekt des Grellkamp-Streits bewertet. Während nämlich der Grellkamp in gutem baulichen Zustand ist, gilt der Schulstandort Foorthkamp als marode. Die Sanierung, so hatten die Grünen kürzlich durch Anfragen in der Bürgerschaft aufgedeckt, würde einen zweistelligen Millionenbetrag verschlingen. Am Foorthkamp lernt derzeit die gemeinsame Oberstufe der Stadtteilschulen. Demnächst soll nach Informationen der SPD-Fraktion auch die 10. Jahrgangsstufe aus der überfüllten FSS hierher verlegt werden. Was Wunder, dass Langenhorner Politiker fordern, die Millionen einzusparen und die Schüler am intakten Grellkamp zu unterrichten. Doch die Kosten sind der Schulbehörde offenbar schnurz: „Der Standort Foorthkamp 36 bleibt als gemeinsamer Oberstufenstandort in Langenhorn unverzichtbar“, teilte sie den verdutzten Bezirksabgeordneten in der Tischvorlage mit.
Und auch in einem anderen Punkt fühlen sich die Bezirksabgeordneten veralbert: „Eine Zusammenführung der Stadtteilschule Langenhorn mit der Fritz-Schumacher-Schule bei Beibehaltung des Standortes Grellkamp wird von der Fritz-Schumacher-Schule entschieden abgelehnt“, schreibt die Schulbehörde. Wer dort eigentlich die Politik bestimme, wollen jetzt nicht nur die Grünen gerne genauer wissen. Die Bezirksabgeordnete Carmen Wilckens: „Dazu werden wir nochmals eine Anfrage machen - da ist doch noch immer allerlei vollkommen unklar.“ (bcb)
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