Bücherhalle wird 50

Anzeige
Das ganze Team vom Bücherturm: Hengameh Koch, Kirsten Eggers, Jutta Karl, Petra Benninghoff, Stefan Koffinke und Bücherhallen Leiter Dieter Keidel (v.li.)
 
An den Bücher-Wunschbaum darf jeder seinen persönlichen noch nicht vorhandenen Bücherwunsch heften – und sind, wie bei Eva Charlotte, die Arme noch zu kurz – dann hilft Kirsten Eggers von der Bücherhalle gern

Buntes Programm zum Jubiläum in Langenhorn

Lesen in Langenhorn
Die Bücherhalle feiert ihr fünfzigstes Jubiläum
Langenhorn. In das Licht der Geschichte trat Langenhorn 1229. Damals beantragte ein ‚Marquard de Langehorne‘ das Hamburger Bürgerrecht. Ob er lesekundig war, ist unbekannt. Allerdings ist belegt, dass es schon vor 1697 einen Schulmeister in Langenhorn gab. Der musste sich mit dem Kuhhirten eine Kate teilen. Wie erfolgreich er und seine Nachfolger waren, bei den Timms, Sucks, Krohns, Hinschs und ihren Nachbarn das Interesse an Literatur zu wecken, ist nicht überliefert. Denn bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war die Landwirtschaft der Haupterwerb der Langenhorner. Sie versorgten Hamburg mit Eiern, Milch, Butter, Fleisch und Gemüse. Feingeistiges hatten sie nicht im Angebot. Immerhin, bereits 1908 konnte man in einer vom Bürgerverein und der Gemeinde getragenen ‚Volksbücherei‘ Literatur ausleihen. Im Jahr 1937 betrug der Buchbestand der Einrichtung in der Süderschule – einen Steinwurf von der früheren Kate des Schulmeisters entfernt – rund 2.000 Bände, die 140 ‚aktiven‘ Lesern zur Verfügung standen. Ob diese sich überwiegend die 334 später von der britischen Militärverwaltung als ‚eindeutig nationalsozialistisch‘ aussortierten Bücher ausliehen haben und ob dabei auch Werke des Langenhorner Lehrers Hermann Claudius waren, ist unbekannt. Auf Claudius war und ist man in Langenhorn teilweise immer noch mächtig stolz. Der Urenkel von Matthias Claudius tat sich in der NS Zeit mit Versen wie „Herrgott, steh dem Führer bei, dass sein Werk das deine sei, dass dein Werk das seine sei, Herrgott, steh dem Führer bei!“ hervor. Der Dichter Werner Bergengruen bezeichnete Claudius als „ein schwächliches, aufgeplustertes, selbstzufriedenes Halbtalentchen, einen Reimklempner von platter Moral.“ Bundeskanzler Willy Brandt gratulierte ihm hingegen 1973 zum 95. Geburtstag telegrafisch: „Ihr umfangreiches Werk gehört zum besten literarischen Besitz unseres Volkes“ Wer immer Brandt die Feder geführt haben mag – das ‚Gebet für den Führer‘ wird er nicht gemeint haben. Nicht zum 95., sondern zum 50. Geburtstag wird Bezirksamtsleiter Harald Rösler der Langenhorner Bücherhalle in diesen Tagen gratulieren. Sie feiert in Langenhorn, als Teil des stadtweiten Bücherhallenverbundes, ihr 50jähriges Bestehen. Heute im ‚Bücherturm‘ am Langenhorner Markt auf 420 Quadratmetern angesiedelt, ist sie zum Kulturmittelpunkt des Stadtteils geworden. Von zwei Bibliothekaren und 3,5 Assistenten betreut, warten gut 30.000 Medien (Bücher, Zeitschriften, DVDs, Hörbücher usw.) auf die Langenhorner. Jährlich 100.000 Besucher und mehr als 250.000 Ausleihen zählt der Bücherturm. Nicht nur das – mit fast 100 Veranstaltungen im Jahr setzt die Bücherhalle Akzente. ‚Dialog in Deutsch‘ und der zweimal wöchentlich angebotene Kurs ‚Deutsch als Zweitsprache‘ für Kinder und Jugendliche ergänzen das Angebot. Die Bücherhalle und ihre Mitarbeiter sind das wichtigste kulturelle Serviceangebot im Stadtteil. Medientechnisch ist die Bücherhalle immer auf der Höhe der Zeit. Nur lesen – heute auch sehen und hören – das müssen die Langenhorner, wie in den Gründertagen der Bücherhalle in Langenhorn am 23. Mai 1963, noch immer selbst. (fjk)

Das Jubiläumsprogramm
Donnerstag, 23. Mai
10 – 11 Uhr Beginn der Jubiläumsfeier mit Harald Rösler, den Kindern der Kita Tannenweg und dem Orchester ConTakt der katholischen Gemeinde Hl. Familie
11 – 12 Uhr Glücksrad mit Überraschungspreisen
14.30 – 16.30 Uhr Jörg Borrmann zaubert mit Luftballons
17 – 18 Uhr Glücksrad sowie nochmals ConTakt mit ‚Ritter Rost‘ und anderen Liedern nicht nur für Kinder
Freitag, 24 Mai
10 – 10.30 Uhr Bilderbuchkino
11 – 12.30 Uhr Glücksrad mit Überraschungspreisen
16 – 17 Uhr Hexe Knickebein – die Langenhorner Künstlerin Catharina Caspar spielt und singt ihre Lieblingslieder
Bis zum 14. Juni ebenfalls im Bücherturm zu sehen: DVD-Dokumentation des Langenhorner Bürger- und Heimatvereins ‚Zeitzeugen erzählen‘ und vom Langenhorn-Archiv von Erwin Möller die Ausstellung „Langenhorn Gestern und Heute“
Bis zum 14 Juni kann auch noch der Bücher-Wunschbaum ‚begrünt‘ werden.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige